Wir leben in einer Welt voller Narren
Unsere Welt ist eine Welt voller Narren. Wir sind die Narren. Aber wenn es nur das wäre, wäre es vielleicht noch lustig. Bloß ist es schlimmer. Es wird immer mehr zu einer Welt voller Verrückter – eine Welt voller Närrinnen wäre bestimmt weniger verrückt. Und die Verrückten sind nicht auch nur in Anführungszeichen verrückt, sondern was sie tun, ist sehr, sehr bedrohlich.
Es fängt doch bei so vielen von uns an. Ein Bekannter besitzt ein Feriendomizil auf Mallorca. Und selbst engste Familienmitglieder sollen 100 € für eine Nacht hinlegen. Von nichts kommt nichts.
Und es hört bei den weltweit mächtigsten Menschen nicht auf. Ich mach’ dann mal Krieg. Sehr unüberlegt bricht ein großmächtiger Präsident einen Krieg vom Zaun gegen einen Staat, den er zum Feind erklärt hat, weil er an nuklearen Waffensystemen arbeiten könnte. Und um eine eventuelle Bedrohung im Keim zu ersticken. Und natürlich, und das ist der Hauptgrund, sich den Zugriff auf Rohstoffe zu sichern.
Dabei übersieht er, dass der Gegner mit seiner Möglichkeit, eine weltweit wichtige Handelsstraße zu blockieren, nicht zu unterwerfen ist. Sich wehren kann und sich wehren wird. Und angreifen wird. Die Preise für Rohstoffe, wie die Bomben im Land des Gegners, explodieren. Staaten, die nicht in den Gesang des Angriffskriegs einstimmen, werden gleichfalls, wenn auch zunächst „nur“ verbal, angegriffen. Wer nicht mitmacht, so verrückt es auch ist, wird zum Widersacher erklärt. Weniger dumm und weniger schwarz oder weiß geht nicht. In einer Welt voller Narren.
Dazu die wenigen Überreichen. Die mit ihren Konzernen mehr als genug verdienen. Es sind eigentlich nur sehr wenige, aber sie haben, sie nehmen sich alle Möglichkeiten, die Welt zu beherrschen. Sie haben mehr als viele finanzielle Ressourcen, Milliarden oder sogar Billionen Dollar. Das ist nicht nur für den Verstand eines Narren unvorstellbar. Selbst der Drache Smaug, aus Tolkiens Fantasie vom Hobbit, hatte in seiner Höhle weniger Gold gehamstert. Smaug besaß den gesamten legendären Schatz des Berges Erebor. In Finanz-Rankings wurde sein Vermögen auf etwa 54 bis 73,2 Milliarden Dollar geschätzt.
Einher mit diesem Reichtum der super wenigen Superreichen geht aber eine im gleichen Maße abnehmende empathische Fähigkeit für andere: Menschen sind mehr als egal. Hinzu kommt, dass diese Empathielosigkeit zum Nonplusultra erhoben wird.
Das Erlangen der eigenen Unsterblichkeit scheint über allem zu stehen. Noch in tausenden Jahren soll der eigene Name genannt werden, verbunden mit den wunderbaren Erfindungen und Taten. Die Kraft der Überheblichkeit zusammen mit unermesslichen finanziellen Möglichkeiten ist die Quelle des Wahnsinns in der Welt der Narren.
Dabei wird jedes Mitgefühl untergeordnet, sogar eliminiert. Soll die Erde doch unbewohnbar werden für Lebewesen, für Tiere und Menschen. Das ist so unwichtig, Hauptsache, eine elitäre Elite überlebt in einer künstlichen Welt auf dem Mars oder sonstwo.
Die Überheblichkeit dieser Macht kennt keine Grenzen. Und auch die Entfernung von dem ursprünglichen, ureigenen Ursprung des Lebens, was biologisch im Laufe der Evolution entstanden ist, könnte kaum größer sein. Selbst die natürliche Vereinigung zwischen den Geschlechtern zur Zeugung wird unnötig. So überlässt der Übermensch das Leben nicht weiter der Natur, der über Millionen Jahre entwickelten ökologischen Vielfalt. Sondern künstliche Geburt, Selektion nach Genen: Die Auswahl, was bestimmte „Wissenschaftler“ für überlebenswert und somit korrekt erachten und erklären, wird für die Politiker und Überreichen zum allumfassenden Kriterium in der Welt der Narren.
Die Überreichen, die Mächtigen, machen sich zum Gott. Erheben sich über alles andere, über alles Leben. Und nicht nur die Götter um Zeus, Hera und Orpheus wundern sich.
Das Schlimmste ist die verschobene Wahrnehmung: Die Mächtigen der Welt setzen sich über alles hinweg: abgehoben und unfähig, ohne die so vielen menschengemachten Probleme zu erkennen und ihr Vermögen für weit sinnvollere Dinge einzusetzen, als für die Besiedlung des Weltraums. Und auch, dass überhaupt nur ein Bruchteil der Lebewesen in den Genuss dieser künstlichen Galaxie kommen würde. Sie können sich alles kaufen, scheinen sie zu glauben, übertrieben viel Geld, und das Leben geht weiter, egal wo, egal wie und egal für wen, für wenige der Elite, nach uns die Sintflut.
Hinterlassen bleibt eine im wahrsten Sinne verbrannte Erde, eine Welt, die unbewohnbar geworden ist, in der ungebändigte Naturgewalten und extreme Klimaveränderungen die Zivilisation zerstören. Und die Welt der Narren in der Vergessenheit verschwinden lassen. Wo nichts mehr besteht, existiert auch keine Erinnerung.
Kein Narr bleibt und singt noch Lieder von der Liebe, der Schönheit des Lebens miteinander, dem Leid und der Freude … und von den Überreichen auf dem Weg zum Mars …
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