Gebrauchsanweisung KI

Katze Karo

Um KI überhaupt einzusetzen, ist es notwendig, die grundlegenden Merkmale der Funktionsweise von KI zu kennen. Wir müssen lernen, mit der KI umzugehen, und wir dürfen niemals unseren Kopf ausschalten.

Menschen wählen oft einfache Lösungen und lassen sich schnell beeinflussen. Derartiges wurde seit jeher von Menschen instrumentalisiert, beispielsweise von Medienschaffenden wie Axel Springer mit der Bild-Zeitung. Die Probleme sind nichts Neues. Die Künstliche Intelligenz stellt jedoch ein Instrument dar, dessen Gefährdungspotenzial nicht allein nur Medien und die Zurverfügungstellung von Informationen in der Vergangenheit in den Schatten stellt.

Meine Mutter bringt das Problem der KI perfekt auf den Punkt: Sie ruft in einer Arztpraxis an, wo die KI abnimmt. Die Vereinbarung eines Termins mit der KI gestaltet sich aufgrund der Komplexität ihrer Anliegen als unmöglich. Erschwerend kommt hinzu, dass weder eine persönliche Entgegennahme noch ein späterer Rückruf erfolgt. Dafür fehlt es an Zeit und Kapazität.

Ich habe mir die künstliche Intelligenz mit Unterstützung von KI angesehen. Das Ergebnis scheint nachvollziehbar und macht mich nachdenklich.

Also, wie arbeitet Künstliche Intelligenz?

Eine wichtige Methode sind „neuronale Netze“, die vom Gehirn inspiriert sind, aber rein mathematisch funktionieren. Sie bestehen aus Schichten von „Neuronen“, die die Eingaben gewichten und verwandeln.

Künstliche Intelligenz wird mit riesig großen Mengen an Daten gefüttert. Die Daten beinhalten Informationen und Beispiele, anhand derer die KI ihre Antworten auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten und statistischen Kalkulationen generiert. Zum Beispiel kann die KI im Bilderkennungsmodell Katzen identifizieren, indem sie die Muster der Pixel mit Millionen von Katzenbildern vergleicht und daraus lernt, welche Muster charakteristisch sind.

Die KI betrachtet ein Bild nicht als Szene, sondern als eine Matrix aus Zahlen. Jede Graustufen- und Farbstufe wird in Zahlenwerten ausgedrückt. Filter werden verwendet, um Muster wie Kanten und Texturen in Bildern zu erkennen. Diese Filter bewegen sich über das Bild und identifizieren schrittweise komplexe Formen wie Augen oder Räder. Dies geschieht in einem hierarchischen Lernprozess. Das Modell entwickelt ein mehrstufiges Verständnis: Linien und Kanten sind in der ersten Ebene vorhanden, Formen in der zweiten Ebene, Objektteile in der dritten Ebene, um vollständige Objekte wie Katzen in der vierten Ebene zu identifizieren. In einem Modell der Wahrscheinlichkeit klassifiziert, also entscheidet die KI am Ende: Zu 93 % ist es eine Katze, zu 5 % ein Hund und zu 2 % ein Auto. Das Modell lernt anhand von ihm bekannten Bildern. Es benennt das Bild und die vermeintlich „richtige“ Antwort, beispielsweise „Dies ist eine Katze“, ermittelt die Fehlerabweichung und berechnet die Gewichtungen entsprechend.

„Bedeutungen“ wie „Mensch“ oder „Katze“ können von der KI nicht erkannt werden. Sie ist ausschließlich imstande, statistische Muster zu identifizieren. Deshalb kann sie beispielsweise durch ungewöhnliche Perspektiven oder manipulierte Bilder in die Irre geführt werden.

Ein Sprachmodell analysiert riesige Textmengen und lernt Wahrscheinlichkeiten für Wortfolgen. In einfachen Worten ausgedrückt: Es ermittelt, welches Wort unter Berücksichtigung des gesamten bisherigen Zusammenhangs am ehesten als Nächstes kommt.

Das Modell passt seine internen Parameter (Gewichte) an, um eine möglichst korrekte Ausgabe zu erzielen.

Beim Training wird das Modell interaktiv verbessert, sozusagen in einer Wiederholungsschleife: Es gibt eine Vorhersage ab. Die Antwort wird mit der potenziell korrekten Antwort verglichen und der Fehler wird berechnet. Dann werden die Gewichte angepasst. Alles wird millionenfach wiederholt.

Dabei ist es bedeutsam, zu unterscheiden: Die KI versteht nicht wie ein Mensch. Sie arbeitet nach Statistik, Wahrscheinlichkeiten und Optimierungen. Das führt zwar oftmals zu überzeugenden Ergebnissen, aber nicht zu einem echten Verständnis oder zu Bewusstsein.

Welche Risiken bringt KI mit sich?

Die Künstliche Intelligenz hat reale Risiken, die je nach Einsatzbereich unterschiedlich schwer wiegen. Man kann die Risiken in technische, gesellschaftliche und sicherheitsbezogene Kategorien einordnen.

KI-Systeme können systematisch falsche Ergebnisse liefern, besonders außerhalb ihrer Trainingsdaten. Beispielsweise kann die Bilderkennung bei ungewöhnlichen Lichtverhältnissen oder Perspektiven versagen. Fehlentscheidungen und mangelnde Zuverlässigkeit können insbesondere in kritischen Bereichen wie Medizin oder autonomem Fahren direkten Schaden verursachen.

Die Modelle übernehmen ungeprüft statische Verzerrungen aus den Trainingsdaten. Diese Probleme sind strukturell bedingt, führen so zu Diskriminierung und werden zu Recht als unfair wahrgenommen, etwa bei Bewerbungsverfahren oder Kreditvergaben.

Mithilfe von KI-Systemen können Inhalte in großem Umfang erzeugt werden, darunter äußerst authentisch wirkende Texte, Bilder, Audiodateien, Videos sowie automatisierte Propaganda. Die Untergrabung des Vertrauens und die Schwierigkeit der Unterscheidung zwischen Wahrheit und Falschheit sowie Desinformation und Manipulation, destabilisieren unsere Gesellschaft.

Deepfakes sind täuschend echte Fälschungen, die für Betrug, Erpressung oder Rufschädigung verwendet werden können. KI-gestützte Systeme haben die Fähigkeit, umfangreiche Datenmengen zu analysieren und Missbrauch zu vereinfachen.

Künstliche Intelligenz automatisiert kognitive Tätigkeiten und nicht nur manuelle Arbeiten. Kundenservice, Übersetzung und Programmierung sind einige der betroffenen Bereiche. Dies wird immer mehr dazu führen, dass Arbeitsplätze rationalisiert werden, Jobs verloren gehen, Verdrängung stattfindet und die Arbeitswelt strukturell verändert wird. Aber das ist in der Geschichte der Industrialisierung nichts Neues, nur: Wer weiß heute, wie schwerwiegend die Auswirkungen wirklich sein werden?

Die künstliche Intelligenz ist mit beträchtlichen Sicherheitsrisiken behaftet. Die KI kann aktiv eingesetzt werden, um automatisierte Cyberangriffe, verbesserte Phishing-Mails und Schwachstellenanalysen durchzuführen. Gegen diese wird die Verteidigung immer anspruchsvoller und komplizierter.

Nur noch sehr wenige werden die Funktionsweise von KI verstehen. Es gestaltet sich schwierig, fortgeschrittene KI-Systeme vollständig zu begreifen, was ihre Kontrolle noch erschwert. Wir verlieren mehr und mehr die Kontrolle über komplexe Systeme. Das Back-Box-Problem bewirkt, dass wir zwar wissen, was das System entscheidet, aber nicht exakt, warum.

Überdies nimmt die Abhängigkeit von Technologie zu. Je mehr wir als Gesellschaft von künstlicher Intelligenz abhängen und Entscheidungen der KI überlassen, desto weniger entwickeln wir menschliche Fähigkeiten weiter. Verlieren wir so die Fähigkeit des Denkens?

Langfristig besteht die Möglichkeit, dass fortgeschrittene KI-Systeme Risiken darstellen, wenn sie ihre eigenen Ziele verfolgen würden, die nicht vollständig den Interessen der Menschen entsprechen.

Die Bedrohung kommt nicht ausschließlich von „böser KI“, sondern auch häufig von Menschen, die sie in krimineller oder falscher Weise nutzen oder ihr zu stark vertrauen. Der Mensch ist das Problem (oder besser gesagt, der Mann, oder noch besser die Patriarchen, aber das ist ein anderes Thema).

Lass uns lernen, wie wir KI einsetzen können.

Die große Gefahr sehe ich darin, dass wir oftmals dazu neigen, die Aussagen der KI als Wahrheit zu akzeptieren. Die Modelle der KI reagieren sehr menschenähnlich und sind darauf ausgelegt, unsere Ansichten zu bestätigen und uns zu loben. Und uns die Antworten vorzulegen, die uns nach aller Wahrscheinlichkeit interessieren könnten. Werbung wirkt auf die gleiche Weise. Ferner ist das Gehirn derart ausgebildet, dass Erfahrungen mich in meiner Überzeugung festigen und mir so ein Gefühl der Sicherheit verleihen.

So ist es besonders wichtig, klare Regeln festzulegen, wie wir künstliche Intelligenz nutzen. Wir müssen erkennen, dass wir nicht nur die KI, sondern auch unser menschliches Denken benötigen, um die Ergebnisse der KI infrage zu stellen und zu überprüfen. Im direkten Umgang mit der KI – die ein hilfreiches Werkzeug sein kann – ist Faktencheck unverzichtbar, um die Aussagen der KI zu überprüfen. Menschen müssen lernen, wie sie mit der KI umgehen, und das schon frühzeitig im Kindesalter.

Wir müssen uns Zeit dabei lassen und nicht vorschnell Voraussetzungen schaffen, die später nur noch schwer rückgängig gemacht werden könnten. Und wir sollten immer bedenken, ob vorwiegend wirtschaftliche Interessen eine Entwicklung vorantreiben, die den Menschen nicht nur Vorteile bringt. KI kann eine Chance sein, dass wir, gerade aus der Geschichte heraus, begreifen, mit neuen technischen Errungenschaften umzugehen.

Die künstliche Intelligenz ist und bleibt eine künstliche Intelligenz nach dem mathematischen Prinzip der Wahrscheinlichkeit. Die Fähigkeit des menschlichen Denkens und mehr noch des Wahrnehmens und Fühlens kann sie nicht ersetzen.

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