Keiner sagt Halt – Michael’s Gedanken zu Ostern 2026

Blaues Keramikvase mit grünem Zweigeschmuck, hängende rote Ostereier, Kerzenhalter und eine kleine Bunny-Figur im Hintergrund – Kuhrau.de

Ostern 2026, und die Welt wird immer verrückter. Krieg, Gewalt, Aggression zwischen Menschen, Ausbeutung und Gier, die wachsende Kluft zwischen wenigen Superreichen und vielen armen Menschen, sind nur einige Schlagwörter der Zeit. Und keiner1  sagt Halt.

Kein1 Politiker begreift, dass es kein Weiter-so geben darf. Niemand1 sagt Halt zu der geschürten Ausländerfeindlichkeit. Sondern tritt ein für die vielen Menschen ausländischer Herkunft, die bei und mit uns leben, die für uns die Arbeit machen, für uns arbeiten, und ohne die wir in unserem Wohlstand kaum zurechtkommen würden.

Die Umweltkatastrophe, die Kriege und andere Gründe sind Ursachen dafür, dass wir zukünftig immer mehr Menschen, Männer, Frauen und Kinder in unserem Land willkommen heißen werden müssen. Auf der Flucht, die Heimat verloren, auch weil wir seit Jahrhunderten unseren Wohlstand auf deren Kosten erlangen. Niemand1 sagt, das war und ist ungerecht. Keiner1 sagt: Wir schaffen das, wir geben euch ein Zuhause.

Niemand1 hinterfragt die Behauptung, dass Menschen mit Migrationshintergrund einen hohen Anteil an Gewalt ausüben, und beleuchtet eventuelle Gründe im wahren Licht. Keiner1 sieht hinter diese Vorurteile und deckt die Unwahrheit auf, die in diesen Worten steht.

Keiner1 prangert überhaupt die ungezählten Unwahrheiten an. Wie einfach ist es doch, die Presse als Lügenpresse abzustempeln, anstatt hinzuschauen, welcher Bock gerade wieder zum Gärtner gemacht wird. Nicht auf die Fakten, die Tatsachen zu sehen, sondern den Überbringer anzugreifen – das spricht Medienmacher nicht frei, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

Und niemand1 sagt Halt, wenn der Bundeskanzler die Verbrechen von deutschen Männern gegenüber Frauen relativiert und im gleichen Atemzug die Verbrechen von Ausländern und Ausländerinnen übertreibt. Keiner1 hört auf die mutigen Frauen, die diese Lügen aufdecken.

Keiner1 sagt Halt, wenn die CDU und unser Kanzler mehr und mehr nach rechts rücken. Mit dem Rücken an der Wand, getrieben von der AfD, so scheint es. Oder zeigt die Christlich Soziale Union ihr wahres Gesicht?

Niemand1 bemerkt, wie unsere Volksparteien alle samt ihre Wähler und Wählerinnen verlieren, ihr Klientel. Weder vertritt die FDP eine wirklich liberale Anschauung noch die CDU/CSU eine christliche. Arbeiter und Arbeiterinnen fühlen sich kaum mehr von der SPD vertreten und die Grünen verlieren mit ihren Themen die Alternative. Jeder1, so wirkt es, vertritt nur noch sich selbst und sein egoistisches Machtverständnis und will dabei der Beste, die Beste sein.

Keiner1 sagt Halt zu geplanten Kürzungen im Sozial- und Gesundheitswesen. Denn keiner1 der Politiker und der Berater ist betroffen und kann wirklich nachvollziehen, wie es ist, unter dem Existenzlimit zu leben. Oder ist das alles gewollt? Denn wer in Angst lebt, ist ein leichtes Werkzeug der Macht. Wer nicht viel weiß oder wissen soll, ist einfacher zu manipulieren.

Niemand1 hört auf, sich von Lobbyisten beeinflussen zu lassen. Keiner1 sagt Halt zu der Raserei auf deutschen Autobahnen. Es ist doch das deutsche Privileg, schnell zu fahren. Keiner1 außer ein paar Grünen sieht das Einsparpotenzial bei einem Tempolimit. Und was soll das bitte wirklich mit Freiheit zu tun haben? Ich verstehe das nicht, denn Freiheit heißt, leben zu können, zu dürfen, ohne Angst haben zu müssen. Vor aggressiven Rasern habe ich aber Angst.

Keiner1 sagt Stopp, dass wir weiter die Umwelt zerstören, denn auch ein Tempolimit könnte ein kleiner Schritt sein, etwas für die Umwelt und Natur zu tun.

Niemand1 widerspricht, wenn es aus Bayern heißt, weniger auf Wind- und Sonnenenergie zu setzen, und dafür Atomkraftwerke zu bauen, die uns ein Vielfaches kosten, als Energie aus erneuerbaren Quellen. Keiner1 sagt Nein zu Atommüll, dessen Entsorgung absolut ungeklärt ist und die Natur auf tausende Jahre verstrahlen wird.

Keiner1 sagt Halt zu den Kriegen, den Angriffskriegen gegen die Ukraine und den Iran.  Niemand1 sagt Stopp, dass wir als Menschen unsere Konflikte zu oft und immer wieder und wieder mit Waffen lösen. Der mächtigste Verbrecherpräsident der USA hetzt die Welt in eine Angst vor dem 3. Weltkrieg und keiner1 sagt Halt.

Keiner1 sagt Stopp zu den Lügen und Drohungen und der Erpressung Europas, ja der Welt, durch Trump und seine Gefolgschaft. Und keiner1 erkennt, dass uns eine Verbrüderung mit einem Aggressor zu Mittätern macht.

Niemand1 sagt, dass Aufrüstung langfristig nicht der richtige Weg sein kann, auch wenn die Bedrohungen durch andere übermächtig scheinen. Wann zieht die Vernunft ein und verdrängt die Gier?

Niemand1 sagt Halt zu den wachsenden Vermögen, zu den Oligopolisten, zu den wenigen, supergroßen Konzernen, die einen Markt mit vielen Nachfragern dominieren. Sagt Nein zu der Wirtschaftsmacht, und der Profitgier, die die Reichsten immer reicher macht und die Ärmsten immer ärmer. Keiner1 sagt Halt zu den Milliarden, die die Reichen in ihrer Gier scheffeln. Im Gegenteil: Gesetze und Verordnungen sorgen dafür, dass sie noch mehr verdienen können. Und was kümmert ein steigender Spritpreis schon einen1 Politiker in seinem Dienstwagen?

Keiner1 sagt Halt zu der wachsenden Ungerechtigkeit, die nur die Kluft vertiefen kann zwischen den Gesellschaftsschichten. Und dass auch deswegen zu viele Menschen in ihrem Unmut als Wähler in die Arme der AfD getrieben werden. Keiner1 sieht die Gefahr, dass wir unsere Demokratie zu Grabe tragen und unsere Freiheit, zu denken und zu reden. Und dass unsere wechselnden Regierungen mindestens seit Jahrzehnten viel zu wenig wirklich für die Menschen regieren, alle Menschen, die in unserem Land leben. Die Ungerechtigkeit, die wir Menschen empfinden, wenn die Eliten begünstigt werden und es kaum angemessene Abgaben für die Multimilliardäre gibt, um zum Gemeinwohl beizutragen, schreit zum Himmel. Und wird dennoch viel zu wenig von unseren Regierungen der Vergangenheit und der jetzt wahrgenommen. Denn mit Geld kann man alles kaufen, niemand1 sagt, dass wir das ändern müssen.

Keiner1 sagt Halt zu den Männern: dem Patriarchat, von dem all das ausgeht. Keiner1 sagt Halt zu den Frauen, die wie diese Männer handeln. Niemand1 erkennt und sagt, dass nicht nur sie Marionetten des Geldes sind und wir dem entgegentreten müssen.

Ich sage: Gebt endlich auf, ihr Männer! Hört auf zu lügen, hört auf, die Umwelt zu zerstören und Krieg zu führen, und hört auf, dem Diktat des Geldes der Multikonzerne zu folgen. Ich meine: Männer, weint um eure Schuld, und werdet endlich zu fühlenden und mitfühlenden Menschen. Gebt eure Macht auf und versetzt euch endlich in die Lage, Menschen wirklich zu hören und zu verstehen. So weh das auch tun wird – für die Macht des Machismus –, es wird nichts sein, gegen das Ende der Menschheit durch Krieg und Umweltzerstörung.

Männlichkeit ist das Problem.

Baut eine neue Welt des Lebens, zusammen mit Frauen, gemeinsam mit Kindern, zusammen mit allen, die dafür bereit sind. Macht euch nicht größer als andere. Steigt hinab von dem Podest der Männlichkeit. Gebt ab und teilt.

Frauen, erkennt, dass ihr aus den Fußstapfen dieser Männer tretet und eure Wahrhaftigkeit als weibliche Geschöpfe so für viele Männer fremd scheinen. Die Gleichberechtigung steckt noch in den Kinderschuhen. Denn wir alle sind mehr als unser biologisches Geschlecht, und haben weibliche und männliche Anteile in uns. Aber besonders Männer haben Angst, und fühlen sich in ihrer Sicherheit bedroht, wenn sie das zugeben würden. Warum sonst werden etwa gleichgeschlechtliche Beziehungen oder queere Menschen in allen Gesellschaftsschichten nicht anerkannt?

Nein. Wir können nicht alle Verbrecher zu Gutmenschen machen, aber jeder hat eine Chance, sein Denken und Handeln zu ändern, für ein solidarisches Gemeinsam und Miteinander und für das Wahrnehmen der anderen, für ein Leben ohne Gewalt.

Aber wir sollen glauben, dass Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum unser Ziel sind. Und dass wenige Männer die Macht über die Welt haben dürfen. Nie wieder darf ein Mensch wie Hitler an die Macht kommen, aber wie es scheint, wiederholt sich die Geschichte.

Papst Leo XIV. beklagt in der  Ostermesse auf dem Petersplatz 2026:

Der Tod finde sich in der Gewalt, in den Wunden der Welt, „in dem Schmerzensschrei, der von überall her aufsteigt – angesichts der Unterdrückung der Schwächsten, angesichts der Profitgier, die die Ressourcen der Erde plündert, angesichts der Gewalt des Krieges, der tötet und zerstört.“

Quelle: Papst Leo XIV. richtet Friedensappell an die Welt

Die sich gegen das Böse stellen und es hinterfragen, gegen die Macht des Geldes: Über all und zu allen Zeiten gab und gibt es Menschen, die nicht „Keiner“ sind. Es gab schon immer Menschen, die das System hinterfragen. Eine Familie der konsequenten Haltungen. Persönlichkeiten sind beispielhaft: Mahatma Gandhi und Martin Luther Jr., beide stehen für gewaltfreien politischen Protest. Martin Luther, Jan Hus und Dietrich Bonhoeffer haben religiöse und moralisch begründete Reformen angestoßen. Nelson Mandela, Václav Havel und Lech Wałęsa stehen für den gewaltlosen, zivilen Widerstand. Aus der Antike und der politischen Philosophie denke ich an Marcus Tullius Cicero und Sokrates.

Einflussreiche Menschen, manchmal auch einfache Menschen. Allerdings gibt es viel weniger weibliche Persönlichkeiten wie Rosa Parks, Aung San Suu Kyi und Sophie Scholl, die Beachtung finden.

Wie aber allein Filme, Literatur und Bühnen der nicht allzu lange vergangenen Zeiten zeigen, es war den Menschen nie egal, wie die Haltung in der Gesellschaft der jeweiligen Zeit war und was geschah. Und auch nicht in der Jugend, wie jüngst Fridays for Future deutlich zeigt. Auch das hat sich nicht verändert.

Ich, alter Träumer, träume von einer Bewegung: Recht zu leben. Aufstehen und es anders machen. Vielfach im Kleinen. In einem unaufgeregten Leben. Mit Lachen und Weinen in einer ehrlichen Haut. Mit Sorgen und mit Mut. Zärtlich, liebend, solidarisch und gemeinsam. Und unbedingt gewaltfrei. Bestimmt gibt es mehr von uns, als wir glauben sollen. Ganz bestimmt.

1Ausnahmen bestätigen die Regel.

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