Liebe & Humor sind ein gutes Team

Tafel mit der Aufschrift 'Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.' in einem Garten.

Egal, wer du bist, was du wie fühlst, denkst, kannst oder auch nicht: Es ist völlig Jacke wie Hose. Du als Mensch und dein Leben sind wertvoll. Bist du genial, bist du eher schlicht, und alles dazwischen, es macht dich aus. Du bist einzigartig, allein schon das ist es!

„Jeder Mensch hat einen Namen“

Zelda Schneerson Mishkovsky (geb. 20. Juni 1914 in Tschernihiw; gest. 30. April 1984 in Jerusalem; weithin bekannt unter ihrem Vornamen Zelda, war eine israelische Dichterin und Schriftstellerin).

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In der Zeit vor meinem Studium habe ich ein paar Monate als Fahrer bei einem Fahrdienst gearbeitet. Autofahren kann ich einigermaßen, dachte ich. Ich durfte einen Mercedes-Benz 207 fahren, den sich der Chef mal zurechtgemacht hatte: Schwarz, extra Leuchten auf dem Dach, Ledersitze. 

Na ja, besonders gut fahren konnte ich nicht. In einer engen Auffahrt in Dahlem fuhr ich die Klinke der Schiebetür ab. Nicht weit genug ausgeholt für diese Millimeterarbeit. Der Firmeninhaber blieb cool, hielt mir keine Standpauke. Der Griff war schnell repariert.

Einen jungen Mann holte ich in seinem Rollstuhl in Zehlendorf ab, nahe Bahnhof Wannsee. Er freute sich immer, egal wie früh es war. Andere meinten, er sei etwas schwierig, ich fand sein Lächeln über meine Scherze super: Soll ich dich abholen, in der Nacht, dann sägen wir alle roten Ampeln ab.

Eine andere junge Frau holte ich in Berlin-Frohnau ab und brachte sie ans andere Ende der Stadt nach Neukölln. Sie konnte kaum etwas, nicht sprechen, nicht laufen, nicht greifen. Und sie konnte so viel: Wenn wir bei „Sarotti“ vorbeifuhren und ich erzählte, wie es heute wieder nach Schokolade riecht, da reagierte sie auf ihre Art. 

Einen gehandicapten Menschen zu begleiten, zu pflegen, täglich in der Familie zu helfen, bedarf unendlich viel Kraft. Und sehr viele Momente, in denen es heißt, sich selbst als Menschen hintenanzustellen, für das Wohl, die Bedürfnisse dieses Menschen. Einzig die Liebe kann das tragen, das sehen, dass jeder Mensch, uneingeschränkt wertvoll ist. Und wenn wir uns in unserer Liebe für den anderen zusammentun, dann wird es für alle einfacher.

Wenn nun einer – oftmals ein Mann – behauptet, du bist nicht richtig, du bist schlecht, du bist ungeeignet oder was auch immer. Er spricht so oft, und er macht es sich selten bewusst, um sich selbst zu erhöhen, um besser zu leuchten, indem er dich herabsetzt. Auch daraus speist sich seine Macht, seine Geltung. So fühlt er sich felsenfest.

Unter anderem deswegen, so glaube ich, gibt es die Probleme, nicht nur unserer Zeit. Menschen sind derart verblendet, in ihrer Machtbesessenheit, dass sie buchstäblich über Leichen gehen.

Also müssen wir die Wege finden, die uns aus diesem Denken befreien. Wir müssen unsere Werte leben. Daran führt kein Weg vorbei, wenn wir uns Menschen und unsere Welt nicht zerstören wollen. 

Denn es ist so: Du bist genau richtig, wie du bist, in deiner Einzigartigkeit. Allein, dieses Vertrauen in dich schon, nimmt den Wind aus den Segeln, bei denen, die meinen, dich aus- und benutzen zu können.

Deine Liebe wischt das Böse weg. Einfach indem du dich selbst liebst, genauso wie du bist, deine Nächsten, aber auch die Fremden auf der Straße, die so nett lächeln. Und ohne dass du mit deiner Liebe Erwartungen verbindest. Denn Liebe ist keine Währung, mit der du eine Ware bezahlst und bekommst.

Siehst du einen Trump, einen Putin aus vollem Herzen lachen? Ein Lachen, ohne sich über andere lustig zu machen, sich über sie zu erheben? Wie versteinert wirken ihre Gesichter. Graue Menschen, die auf dem Weg der Macht ihre Fähigkeit verlieren, dem Gegenüber mit Humor und Liebe zu begegnen. Das ist ein bitterer Preis, den diese Machthaber zahlen, ihre Persönlichkeit betreffend.

Aber wir können daraus lernen: Wir dürfen unseren Humor nicht verlieren. Wir dürfen feiern, wir dürfen Spaß haben. Liebe und Humor sind ein gutes Team. Die Liebe, die den anderen sieht. Der Humor, der eine Leichtigkeit ausdrückt, ohne auf Kosten anderer sich über sie zu stellen.

Mit Liebe und Humor wird alles gut!

Der große, alte, weiße Mann

Der große alte weiße Mann ist wieder da. Er war bestimmt nie wirklich weg. Vielleicht nur etwas im Hintergrund, beispielsweise vor den Frauen, die mehr und mehr  Emanzipation und Gleichberechtigung fordern und leben. 

Und jetzt? Mit dem Rückenwind des Verbrechers Trump als mächtigem Mann der Vereinigten Staaten von Amerika werden die Rechte von Frauen, von Queeren, von vermeintlichen Minderheiten zurückgenommen.

Der Verbrecher und seine Hinterleute zeigen Muskeln. Mit ihren Worten „Stärke“. Und schaffen eine Stimmung der Angst und des Schreckens, um so ihre Macht weiter auszubauen und zu festigen. Alles andere ist eine Gefahr. Also weg damit. 

Die Menschen waren weiter. Die Emanzipation war weiter. 

Komischerweise bin ich auch  bald 66 Jahre alt, weiß und männlich. Und dennoch verstehe ich es nicht. Fühle mich zu dieser Spezies Mensch nicht dazugehörig. Sondern ich verurteile diese Sichtweise.

Auch wenn ich eigentlich denke, wir müssen als Menschen alle Meinungen zulassen und aushalten. Aber hier geht es nicht mehr „nur“ um eine Meinung, hier geht es um Unterdrückung, um den Verlust der Freiheit, hier werden die Grundrechte aller Menschen zutiefst genommen. 

Das, was uneingeschränkt allen Menschen zusteht, ist das Recht, dass sie in Freiheit sicher leben können. Die Grenze wird allein dort gezogen, wo die Freiheit eines anderen verletzt wird. Beides gehört zusammen. Das ist für mich die schon jahrhundertealte Grundfeste von Freiheit.

Liebe Frauen, liebe Männer, die wie ich nicht „stark“ (im Sinne der großen, alten weißen Männer) sein müssen. Die anders sein wollen. Und all ihr Lieben dazwischen. Lass es uns deutlich machen. Die Gedanken und das Handeln der alten, weißen Männer sind am Ende zerstörerisch und haben in unserer Zeit nichts mehr zu suchen. Es ist anachronistisch, aber leider ist es auch eine tragende  Triebkraft des Kapitalismus.

Lasst es uns anders machen. Lasst es uns so gut machen, wie wir können. Mit Liebe und auch mit Humor. Mit allen anderen gewaltfreien Können, was jeder von uns, und daran glaube ich fest, in sich trägt, wenn es nicht im Licht der Verblendung ungesehen bleibt. 


Ich möchte vielen Menschen aus der Öffentlichkeit danken, wie Pierre M. Krause, Sebastian Pufpaff, Torsten Sträter, Hape Kerkeling, Miss Allie, Herman van Veen, Reinhard Mey, Konstantin Wecker und anderen. Sie inspirieren nicht nur meine Gedanken mit ihrer Menschlichkeit.

 

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