Die Zärtlichkeit einer Katze

Graue Katze Karo mit flauschigem Fell, die auf einem Bett liegt und entspannt aussieht.

Katze Karo liebt es, sich im frühen Morgen auf mein Kopfkissen zu legen, gerade auch, wenn ich noch darauf liege.

Manchmal bringt sie eine Stoffmaus mit ins Bett, die sie gerne herumträgt.

Mit einer Selbstverständlichkeit, die mich immer wieder tief berührt, beansprucht sie ihren Platz auf dem Kissen. Schlafe ich, werde ich mit einem sanften bis energischen Miauen geweckt. Oder eine Pfote streichelt, manchmal mit ausgefahrenen Krallen gibt es eine Akupunkturbehandlung auf der Nase. Natürlich sucht sie den Blickkontakt, schnurrt sie, Auge in Auge. Karo kuschelt sich in meine Armbeuge und möchte gestreichelt werden. Sie rekelt sich, schnurrt und schnurrt, bis sie einschläft.

Wenn es ihr zu viel wird, dann kann sie schon mal zuschnappen. Selten auch im Spiel zeigt sie ihre scharfen Krallen. Wenn es ihr zu viel wird, zieht sie sich zurück. Legt sich auf einen Stuhl, unsere rote Bank oder einen anderen Lieblingsplatz.

Wenn Karo nicht kommt, wundere ich mich, dann fehlt etwas sehr wichtiges.

Ich habe lange gesucht, nach Zärtlichkeit. Mit meiner Liebsten lebt dieses wunderbare Gefühl der Liebe jeden Tag. Ein zärtlicher Kuss am Morgen ist für mich der perfekte Start in den Tag. Und beim Fernsehen liebe ich es, ihre Beine zu streicheln – dem werde ich nie müde. Körperliche Nähe ist für mich einfach unglaublich wichtig und bereichert mein Leben. 

Männer verwechseln Zärtlichkeit nicht selten mit Sexualität und wollen mehr. Dabei ist Zärtlichkeit doch etwas ganz anderes – sie ist der Ausdruck von Nähe und Vertrauen zwischen Menschen.

Wir Menschen sind nicht einzigartig und alleine mit unseren Gefühlen. Katze Karo sucht jeden Morgen die Nähe, die sie braucht – genauso wie wir alle.  Sie braucht ihre Streicheleinheiten, genauso wie Mahlzeiten, ihre Spielzeit, ihren Schlaf, ihre Abenteuer und Neugier. Für Katze Karo ist es ein Geschenk des Vertrauens, dass sie uns Menschen entgegenbringt.

Was also für uns Menschen gilt, gilt auch für Tiere! Tiere und Menschen haben viel gemeinsam – wir sind alle fühlende Wesen! Wir können Freude empfinden, Schmerz spüren und haben Feelings. Das verbindet uns und macht alle Lebewesen zu etwas ganz Besonderem.

Uneingeschränkt alle Lebewesen! Ich möchte das unbedingt verallgemeinern, unabhängig davon, dass nichts eindimensional nur das eine ist.

Aber die Arroganz der Menschen ist kaum zu übertreffen. Wir stellen uns über alles Leben und vergessen dabei, wie vielfältig und wunderbar die Natur und das Leben selbst sind. Es fehlt und Menschen an Demut vor allem Leben. 

Dafür ist auch Zärtlichkeit ein Schlüssel. Ein Fühlen ohne Berechnung, voller Liebe für das Leben. Eine Menschheit, die das nicht empfinden kann, ist verloren.

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