Das Märchen von den 10 Fröschen

Katzen

Es waren einmal zehn Frösche, die lebten glücklich und zufrieden in einem kleinen Weiher. Weiter zu hüpfen, als bis zum Schilf, war natürlich strengstens verboten. Es gab genug Fliegen, für das Fressen war gesorgt. Die Frösche hatten einen Vorrat an Fliegeneiern und Mückenlarven angelegt, den sie jeden Tag pflegten und hegten. Alles hatte seinen Platz, seine Zeit.

Nur zwei Frösche, Erwin und Anna, waren anders: Sie kümmerten sich nicht um den Fliegenvorrat. Erwin war neugierig, er quakte die meiste Zeit fröhlich ein Lied, sorgte sich nicht, war mutig, sprang drei Hüpfer vor, wo die anderen sich eher unter einer Seerose versteckten. Er war sportlich, der Beste im Froschsprung, und er übte und trainierte sich jeden Tag. Das Wort „Angst“ kannte er nicht, er hatte noch nicht mal Angst vor dem alten Storch Adebar. Hatte Erwin das von seinem Vater geerbt, der als junger Frosch so plötzlich verschwunden war?

Anna dagegen war eher ruhig, in sich gekehrt. Auch sie hatte keine Angst vor Neuem, vor Gefahren. Sie schlief gerne lange, blieb dafür aber nachts ewig wach, um die Glühwürmchen zu bewundern. Als Kind war sie selten zur Schule gehüpft und hatte kaum etwas von dem gelernt, was Fröschen wichtig ist. Sich mit anderen messen machte ihr Angst, die anderen waren alle so klug, aber sie? Ihre Mutter war schon immer süchtig nach den vergorenen Äpfeln gewesen, die nach Wein schmeckten. Hatte ihr das geschadet?

Dieser Sommer war anders: Das Storchenpaar war nicht gekommen, die Sonne brannte heiß vom Himmel herab, der Regen blieb aus, die Seerosen blühten nicht und das Schlimmste: Das Wasser im Teich wurde mit jedem Tag weniger. Das macht alles nichts, wir bleiben hier, es sind noch genug Fliegen und Mücken da, wir müssen uns um die kleinen Kaulquappen kümmern, entschieden die Frösche. Anna und Erwin waren nicht dieser Meinung. Selbst die schüchterne Anna versuchte, die anderen zu überzeugen, dass es besser wäre, sich einen neuen Teich zu suchen, bevor hier alles elendig vertrocknet. Die Gefahren sind zu groß“, quakten die anderen, „aber wenn ihr und Erwin gehen wollt, dann halten wir euch nicht auf.

So packten die beiden Frösche ihre sieben Sachen und machten sich auf den Weg, hinter dem Schilf die Welt zu entdecken. Nach vielen Tagen und gefahrvollen Abenteuern kamen sie zu einem herrlichen Auenwald, in eine sumpfige Landschaft eingebettet. Ja, hier hatten sie ihr Glück gefunden. Bald schon war ein neuer Froschlaich gelegt. Und auch die Glühwürmchen schienen hier heller, aber das weiß nur ein Frosch, der anders ist als die anderen.

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