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	<title>Sozialisation &#8211; kuhrau.de</title>
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	<description>Blog Tatendurstig auf kuhrau.de</description>
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	<title>Sozialisation &#8211; kuhrau.de</title>
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		<title>Das ist kein Fehler</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jan 2026 16:36:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialisation]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1280" height="960" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2-1280x960.jpg" class="wp-image-16514 avia-img-lazy-loading-not-16514 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Eine graue Katze mit blauen Augen liegt entspannt auf einer Decke mit Pfotenmuster." style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2-1280x960.jpg 1280w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2-800x600.jpg 800w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2-400x300.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2-768x576.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2-1536x1152.jpg 1536w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2-1500x1125.jpg 1500w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2-705x529.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_0003-2.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" title="Das ist kein Fehler 2"></div><p class="opener">Es ist kein Fehler. Der Fehler, den du machst. Es braucht dir nicht leidzutun, du brauchst dich nicht zu grämen. Es ist passiert. Einen Moment nicht aufgepasst, einmal nicht überlegt. Endlich einmal spontan gewesen. Und schon ist es geschehen. Die Ungeschicklichkeit ist da. Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, das Schicksal hat zugeschlagen. Aber es ist nicht schlimm. Weder was geschehen ist noch deine Tränen. Es ist nicht zu ändern, was geschehen ist, ist geschehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ja, von außen betrachtet scheint dein Fauxpas ein Fehler zu sein. Es ist rasch beurteilt, was geschehen ist. Verurteilt, als Schaden abgestempelt. Daher fühlt es sich einfach besser an, keinen Fehler zu machen. Weil wir alles beurteilen: Menschen und Taten, Leistungen und Erfolge. Unser Selbstwertgefühl speist sich auch aus diesen Gefühlen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Mut zur Lücke!</h3>
<p>Und überhaupt: Wie lernen wir? Auch und besonders aus vermeintlichen Fehlern. Indem wir ausprobieren, testen und die Auswirkungen analysieren, begreifen wir, wie es vielleicht besser gehen könnte. Forschung funktioniert oftmals genauso. Das auf den Alltag anzuwenden, wäre schön. Auch aus meinen größten Fehlern kann ich lernen. Zudem: Muss denn wirklich alles perfekt und fehlerfrei funktionieren? Das kann es doch gar nicht geben!</p>
<h3><span class="Apple-converted-space">Das ist ungerecht </span></h3>
<p>Und wie schnell geschieht es manchmal, für etwas verantwortlich gemacht zu werden, wofür wir nicht die geringste Schuld haben können! Beispielsweise: Das Schlimmste, was eine Mutter zu ihrem Kind sagen kann, ist: „Ich wünschte, du wärst nicht geboren, mein Leben ohne dich wäre viel besser.“</p>
<p>Das verletzt deine Seele sehr. Welche Geringschätzung liegt in diesen Worten! Und was für eine schreiende Ungerechtigkeit. Denn was passiert: Dir wird gesagt, du hast Schuld, du bist der Fehler. Dass jedes Kind am eigenen „Zur-Welt-Kommen“ kein Verschulden haben kann, ist gerade für einen jungen Menschen unendlich schwer zu begreifen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Du bist kein Fehler!</h3>
<p>Jedes Leben ist ein Geschenk der Natur. Und wenn überhaupt, warum haben die Eltern nicht aufmerksamer aufgepasst?</p>
<p>Glücklicherweise fallen so extreme Aussagen nicht oft. Sehr viele Kinder werden mit offenen Armen willkommen geheißen. Aber wie bei allem gibt es auch viele Abstufungen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Frisch geboren, alles ist für unser Gehirn neu, erste Erfahrungen werden gespeichert. Das Leben anderer, wie unsere Eltern leben, die Art und Weise, wie sie mit dir und miteinander umgehen, wird in deinen Gehirnzellen abgelegt. Du lernst durch Abgucken. Das prägt einen Menschen weit mehr als später die Dinge, die wir schon 1000 Mal erlebt haben werden. Und je nachdem, wie unsere Eltern geprägt wurden, prägen sie dich, mal so, wie sie es kennen, mal anders, weil sie das, was sie kennen, nicht gut finden. Und oftmals etwas dazwischen, meistens weit weniger reflektiert, als wir denken.</p>
<p>So lebt das Glück, so leben die Verzweiflung, der Mut und die Angst der vergangenen Zeiten in dir aus einem unbekannten Grund weiter. Gefiltert, verändert, neu und anders, aber dennoch war es schon mal. Nur anders.</p>
<h3>Was ist überhaupt ein Fehler?</h3>
<p>Wer aber legt fest, was gut und richtig ist und was ein Fehler war oder ist? Es sind doch immer die Erfahrungen, die die Grundlage bilden. Unsere Lehren und wie wir damit umgehen. Das ist absolut subjektiv. Wer behauptet, dies oder das sei ein Fehler, der meint es aus seinem eigenen Erfahrungsschatz heraus. Das geht auch kaum anders, aber es heißt auch, dass ein Dritter es ganz anders sehen könnte.</p>
<p>Ich bin der Dritte und ich sage: Es ist kein Fehlverhalten, den „Fehler“, den du gerade meinst, gemacht zu haben.</p>
<p>Dabei meinen wir, Kriterien zu haben, um zu beurteilen, was richtig und was falsch sei. Wir können Leistung messen, in Tempo, in Zeit. In Zahlen, in kleinen und in großen Mengen. Früh schon formt das Schulsystem uns, wir messen uns. Zeugnistag, wieder ein Tag der Wahrheit über unsere Fehler.</p>
<p>Aber jede Zensur ist relativ! Wer legt fest, ab wie vielen Rechtschreibfehlern dein Text ausreichend oder sehr gut ist? Wer sieht in der Herleitung deines Rechenwegs die Genialität deines Denkens? Und beurteilt dein gemaltes Bild mit dem wirklichen Kennen deiner Kreativität? Wer erkennt dich als Mensch?</p>
<p>Du bist eher der Klassenclown. Oder schüchtern und still. Schon wirst du entsprechend bewertet, je nach den Erfahrungen, welche deine Lehrer und Lehrerinnen haben, was sie persönlich mögen, wie sie geprägt sind.</p>
<p>So sind wir alle Menschen geschöpft. Ohne Ausnahme. Nicht selten und weil es einfach leichter erscheint, bleiben wir in unserem Denken festgelegt. Das war doch schon immer so, und früher war alles besser. So werden und bleiben Missgeschicke Fehler, weil unser Kopf schwer erkennt, dass sich jedes Denken auch verändern kann. Wenn wir es wollen. Aber wer will schon aus seinem sicheren Schneckenhaus heraus?</p>
<h3>Das ist die Krux</h3>
<p>Vermutlich hat sich die Natur im Laufe der Evolution noch kein besseres System ausdenken können. Vielleicht muss die Spezies Mensch auch erst aussterben, um der Natur eine Chance zu geben, es „besser“ zu machen. Ist also der Mensch an sich der „Fehler“?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nein, das glaube ich nicht. Auch wenn es deutlich so scheint und die Entscheidungen der Menschen in der heutigen Zeit sehr stark darauf hindeuten. Stehen wir an einem Scheideweg?</p>
<h3>Ist es ein Fehler, ist es kein Fehler?</h3>
<p>Was ich denke und wie ich handle, immer werde ich dafür Argumente finden. Wenn ich Frieden will und gegen Gewalt, Extremisten und Einschränkungen anderer bin, gibt es Leute, die denken, Opfer seien nötig, um den Mächtigen zu zeigen, dass ihr Verhalten inakzeptabel ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aber was erreichen wir wirklich, wenn Gewalt sich weiter aufschaukelt, die Gesellschaft sich spaltet und Schichten auseinanderdriften und gegeneinander kämpfen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich finde, wir erkämpfen damit keine wirkliche Veränderung, sondern alleine nur Zerstörung. Das kann nicht gutgehen! Das ist in meinen Augen ein Fehler.</p>
<p>Und dennoch. Es ist kein Fehler, reich zu sein. Ein Wirtschaftsunternehmen zu führen. Geld zu verdienen. Wenn, ja, wenn nicht der finanzielle Erfolg, sondern die Verantwortung für das Wohl aller im Unternehmen zählen würde.</p>
<p>Es ist kein Fehler, „arm an Geld“ zu sein. Es ist kein Fehler, als Akademikerin als Taxifahrerin zu arbeiten. Und es ist kein Fehler, schlechte Zensuren zu bekommen oder bei der Müllabfuhr zu schuften. Es ist auch kein Fehler, „dem Staat auf der Tasche zu liegen“, weil du weder Arbeit findest noch arbeiten kannst.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Egal welches Sozialsystem wir haben, es wird immer auch Menschen geben, die Schlupflöcher finden und das System für ihre egoistischen, persönlichen Vorteile ausnutzen.</p>
<p>Aber es ist ein Fehler, alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Nicht individuell hinzuschauen, und Menschen nach ihren sozialen und/oder intellektuellen Fähigkeiten zu verurteilen. Nicht die Menschen sind der Fehler, sondern das System des Denkens und Beurteilens.</p>
<h3>Kriterien für Fehler</h3>
<p>Also ist es keine Frage: Natürlich kann es ein Fehler sein, was du gerade gemacht hast. Aber nicht nach den Kriterien Leistung, gut oder schlecht, erfolgreich oder abgestürzt. Das ist Bullshit.</p>
<p>Sondern nach Kennzeichen wie Verantwortung tragen und übernehmen für die Folgen des eigenen Handelns – nicht für das Handeln anderer, natürlich, außer wir haben sie angestiftet.</p>
<p>Denn natürlich gibt es Fehler, die wir machen: andere Menschen körperlich und seelisch zu verletzen, das Leben nicht anzuerkennen, Freiheit nicht zu gewähren oder uns Freiheiten herauszunehmen, die die Grenzen anderer nicht selten mehr als nur verletzen. Nicht umsonst haben wir Menschen uns Gesetze gegeben, um bei Fehlern Recht zu sprechen. Auch wenn auch hier ein Fehler im System ist: Recht und Gerechtigkeit haben oftmals wenig gemeinsam.</p>
<p>Es ist also eine Frage der Kriterien, die wir anlegen. Leistung oder – früher sagten wir dazu – moralische Kriterien.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Eine „neue“ Fehlerkultur, die als Erste und immer die Menschen und das Leben im Fokus hat, wird auch nie gänzlich gerecht empfunden werden können. Und sei es „nur“, weil plötzlich Leistung weniger zählen könnte.</p>
<p>Aber für mich scheint es logischer – und sei das mein Fehler –, uns besonders im Hinblick auf die Folgen unserer Leistungsgesellschaft des kapitalistischen Denkens, geprägt von dem egoistischen Gehabe unserer Machthaber, die Kriterien Leistung und Geldvermögen endlich über Bord zu werfen. Und anderen Zeichen wie Verantwortung, Gerechtigkeit und Freiheit viel mehr Gewicht zu geben.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		
	<item>
		<title>Das ist kein Fehler (Update)</title>
		<link>https://kuhrau.de/gedanken/das-ist-kein-fehler/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2026 09:45:25 +0000</pubDate>
		<description><![CDATA[Es ist kein Fehler. Der Fehler, den du machst. Es braucht dir nicht leidzutun, du brauchst dich nicht zu grämen. Es ist passiert. Einen Moment nicht aufgepasst, einmal nicht überlegt. Endlich einmal spontan gewesen. Und schon ist es geschehen. Die …]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p class="opener">Es ist kein Fehler. Der Fehler, den du machst. Es braucht dir nicht leidzutun, du brauchst dich nicht zu grämen. Es ist passiert. Einen Moment nicht aufgepasst, einmal nicht überlegt. Endlich einmal spontan gewesen. Und schon ist es geschehen. Die Ungeschicklichkeit ist da. Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, das Schicksal hat zugeschlagen. Aber es ist nicht schlimm. Weder was geschehen ist noch deine Tränen. Es ist nicht zu ändern, was geschehen ist, ist geschehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ja, von außen betrachtet scheint dein Fauxpas ein Fehler zu sein. Es ist rasch beurteilt, was geschehen ist. Verurteilt, als Schaden abgestempelt. Daher fühlt es sich einfach besser an, keinen Fehler zu machen. Weil wir alles beurteilen: Menschen und Taten, Leistungen und Erfolge. Unser Selbstwertgefühl speist sich auch aus diesen Gefühlen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Mut zur Lücke!</h3>
<p>Und überhaupt: Wie lernen wir? Auch und besonders aus vermeintlichen Fehlern. Indem wir ausprobieren, testen und die Auswirkungen analysieren, begreifen wir, wie es vielleicht besser gehen könnte. Forschung funktioniert oftmals genauso. Das auf den Alltag anzuwenden, wäre schön. Auch aus meinen größten Fehlern kann ich lernen. Zudem: Muss denn wirklich alles perfekt und fehlerfrei funktionieren? Das kann es doch gar nicht geben!</p>
<h3><span class="Apple-converted-space">Das ist ungerecht </span></h3>
<p>Und wie schnell geschieht es manchmal, für etwas verantwortlich gemacht zu werden, wofür wir nicht die geringste Schuld haben können! Beispielsweise: Das Schlimmste, was eine Mutter zu ihrem Kind sagen kann, ist: „Ich wünschte, du wärst nicht geboren, mein Leben ohne dich wäre viel besser.“</p>
<p>Das verletzt deine Seele sehr. Welche Geringschätzung liegt in diesen Worten! Und was für eine schreiende Ungerechtigkeit. Denn was passiert: Dir wird gesagt, du hast Schuld, du bist der Fehler. Dass jedes Kind am eigenen „Zur-Welt-Kommen“ kein Verschulden haben kann, ist gerade für einen jungen Menschen unendlich schwer zu begreifen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Du bist kein Fehler!</h3>
<p>Jedes Leben ist ein Geschenk der Natur. Und wenn überhaupt, warum haben die Eltern nicht aufmerksamer aufgepasst?</p>
<p>Glücklicherweise fallen so extreme Aussagen nicht oft. Sehr viele Kinder werden mit offenen Armen willkommen geheißen. Aber wie bei allem gibt es auch viele Abstufungen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Frisch geboren, alles ist für unser Gehirn neu, erste Erfahrungen werden gespeichert. Das Leben anderer, wie unsere Eltern leben, die Art und Weise, wie sie mit dir und miteinander umgehen, wird in deinen Gehirnzellen abgelegt. Du lernst durch Abgucken. Das prägt einen Menschen weit mehr als später die Dinge, die wir schon 1000 Mal erlebt haben werden. Und je nachdem, wie unsere Eltern geprägt wurden, prägen sie dich, mal so, wie sie es kennen, mal anders, weil sie das, was sie kennen, nicht gut finden. Und oftmals etwas dazwischen, meistens weit weniger reflektiert, als wir denken.</p>
<p>So lebt das Glück, so leben die Verzweiflung, der Mut und die Angst der vergangenen Zeiten in dir aus einem unbekannten Grund weiter. Gefiltert, verändert, neu und anders, aber dennoch war es schon mal. Nur anders.</p>
<h3>Was ist überhaupt ein Fehler?</h3>
<p>Wer aber legt fest, was gut und richtig ist und was ein Fehler war oder ist? Es sind doch immer die Erfahrungen, die die Grundlage bilden. Unsere Lehren und wie wir damit umgehen. Das ist absolut subjektiv. Wer behauptet, dies oder das sei ein Fehler, der meint es aus seinem eigenen Erfahrungsschatz heraus. Das geht auch kaum anders, aber es heißt auch, dass ein Dritter es ganz anders sehen könnte.</p>
<p>Ich bin der Dritte und ich sage: Es ist kein Fehlverhalten, den „Fehler“, den du gerade meinst, gemacht zu haben.</p>
<p>Dabei meinen wir, Kriterien zu haben, um zu beurteilen, was richtig und was falsch sei. Wir können Leistung messen, in Tempo, in Zeit. In Zahlen, in kleinen und in großen Mengen. Früh schon formt das Schulsystem uns, wir messen uns. Zeugnistag, wieder ein Tag der Wahrheit über unsere Fehler.</p>
<p>Aber jede Zensur ist relativ! Wer legt fest, ab wie vielen Rechtschreibfehlern dein Text ausreichend oder sehr gut ist? Wer sieht in der Herleitung deines Rechenwegs die Genialität deines Denkens? Und beurteilt dein gemaltes Bild mit dem wirklichen Kennen deiner Kreativität? Wer erkennt dich als Mensch?</p>
<p>Du bist eher der Klassenclown. Oder schüchtern und still. Schon wirst du entsprechend bewertet, je nach den Erfahrungen, welche deine Lehrer und Lehrerinnen haben, was sie persönlich mögen, wie sie geprägt sind.</p>
<p>So sind wir alle Menschen geschöpft. Ohne Ausnahme. Nicht selten und weil es einfach leichter erscheint, bleiben wir in unserem Denken festgelegt. Das war doch schon immer so, und früher war alles besser. So werden und bleiben Missgeschicke Fehler, weil unser Kopf schwer erkennt, dass sich jedes Denken auch verändern kann. Wenn wir es wollen. Aber wer will schon aus seinem sicheren Schneckenhaus heraus?</p>
<h3>Das ist die Krux</h3>
<p>Vermutlich hat sich die Natur im Laufe der Evolution noch kein besseres System ausdenken können. Vielleicht muss die Spezies Mensch auch erst aussterben, um der Natur eine Chance zu geben, es „besser“ zu machen. Ist also der Mensch an sich der „Fehler“?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nein, das glaube ich nicht. Auch wenn es deutlich so scheint und die Entscheidungen der Menschen in der heutigen Zeit sehr stark darauf hindeuten. Stehen wir an einem Scheideweg?</p>
<h3>Ist es ein Fehler, ist es kein Fehler?</h3>
<p>Was ich denke und wie ich handle, immer werde ich dafür Argumente finden. Wenn ich Frieden will und gegen Gewalt, Extremisten und Einschränkungen anderer bin, gibt es Leute, die denken, Opfer seien nötig, um den Mächtigen zu zeigen, dass ihr Verhalten inakzeptabel ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aber was erreichen wir wirklich, wenn Gewalt sich weiter aufschaukelt, die Gesellschaft sich spaltet und Schichten auseinanderdriften und gegeneinander kämpfen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich finde, wir erkämpfen damit keine wirkliche Veränderung, sondern alleine nur Zerstörung. Das kann nicht gutgehen! Das ist in meinen Augen ein Fehler.</p>
<p>Und dennoch. Es ist kein Fehler, reich zu sein. Ein Wirtschaftsunternehmen zu führen. Geld zu verdienen. Wenn, ja, wenn nicht der finanzielle Erfolg, sondern die Verantwortung für das Wohl aller im Unternehmen zählen würde.</p>
<p>Es ist kein Fehler, „arm an Geld“ zu sein. Es ist kein Fehler, als Akademikerin als Taxifahrerin zu arbeiten. Und es ist kein Fehler, schlechte Zensuren zu bekommen oder bei der Müllabfuhr zu schuften. Es ist auch kein Fehler, „dem Staat auf der Tasche zu liegen“, weil du weder Arbeit findest noch arbeiten kannst.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Egal welches Sozialsystem wir haben, es wird immer auch Menschen geben, die Schlupflöcher finden und das System für ihre egoistischen, persönlichen Vorteile ausnutzen.</p>
<p>Aber es ist ein Fehler, alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Nicht individuell hinzuschauen, und Menschen nach ihren sozialen und/oder intellektuellen Fähigkeiten zu verurteilen. Nicht die Menschen sind der Fehler, sondern das System des Denkens und Beurteilens.</p>
<h3>Kriterien für Fehler</h3>
<p>Also ist es keine Frage: Natürlich kann es ein Fehler sein, was du gerade gemacht hast. Aber nicht nach den Kriterien Leistung, gut oder schlecht, erfolgreich oder abgestürzt. Das ist Bullshit.</p>
<p>Sondern nach Kennzeichen wie Verantwortung tragen und übernehmen für die Folgen des eigenen Handelns – nicht für das Handeln anderer, natürlich, außer wir haben sie angestiftet.</p>
<p>Denn natürlich gibt es Fehler, die wir machen: andere Menschen körperlich und seelisch zu verletzen, das Leben nicht anzuerkennen, Freiheit nicht zu gewähren oder uns Freiheiten herauszunehmen, die die Grenzen anderer nicht selten mehr als nur verletzen. Nicht umsonst haben wir Menschen uns Gesetze gegeben, um bei Fehlern Recht zu sprechen. Auch wenn auch hier ein Fehler im System ist: Recht und Gerechtigkeit haben oftmals wenig gemeinsam.</p>
<p>Es ist also eine Frage der Kriterien, die wir anlegen. Leistung oder – früher sagten wir dazu – moralische Kriterien.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Eine „neue“ Fehlerkultur, die als Erste und immer die Menschen und das Leben im Fokus hat, wird auch nie gänzlich gerecht empfunden werden können. Und sei es „nur“, weil plötzlich Leistung weniger zählen könnte.</p>
<p>Aber für mich scheint es logischer – und sei das mein Fehler –, uns besonders im Hinblick auf die Folgen unserer Leistungsgesellschaft des kapitalistischen Denkens, geprägt von dem egoistischen Gehabe unserer Machthaber, die Kriterien Leistung und Geldvermögen endlich über Bord zu werfen. Und anderen Zeichen wie Verantwortung, Gerechtigkeit und Freiheit viel mehr Gewicht zu geben.</p>
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		<title>Zweiundsechzig</title>
		<link>https://kuhrau.de/gedanken/zweiundsechzig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Nov 2022 09:42:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick auf mein Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialisation]]></category>
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					<description><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1030" height="688" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-1030x688.jpg" class="wp-image-8060 avia-img-lazy-loading-not-8060 attachment-large size-large wp-post-image" alt="NIKON Z 5 20210910 131640" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-1030x688.jpg 1030w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-80x53.jpg 80w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-768x513.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-1536x1025.jpg 1536w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-1500x1001.jpg 1500w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-705x471.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-58x39.jpg 58w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1030px) 100vw, 1030px" title="Zweiundsechzig 3"></div>Die Welt um mich wird immer jünger. Jünger als zweiundsechzig. Als Kind, als Jugendlicher ist das Leben fremdbestimmt. Erziehung. Andere haben das Sagen. Stempeln und prägen. Bis dahin, dass ein zu junger Mensch in Situationen kommt, die so …]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1030" height="688" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-1030x688.jpg" class="wp-image-8060 avia-img-lazy-loading-not-8060 attachment-large size-large wp-post-image" alt="NIKON Z 5 20210910 131640" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-1030x688.jpg 1030w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-80x53.jpg 80w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-768x513.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-1536x1025.jpg 1536w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-1500x1001.jpg 1500w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-705x471.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640-58x39.jpg 58w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/07/NIKON_Z_5_20210910_131640.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1030px) 100vw, 1030px" title="Zweiundsechzig 4"></div><p class="opener">Die Welt um mich wird immer jünger.<span class="Apple-converted-space"> Jünger als zweiundsechzig.</span></p>
<p>Als Kind, als Jugendlicher ist das Leben fremdbestimmt. Erziehung. Andere haben das Sagen. Stempeln und prägen. Bis dahin, dass ein zu junger Mensch in Situationen kommt, die so endgültig sind wie der Tod. Und die sich regeln, wie an Fäden gezogen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Drogensucht stinkt und zerstört. Der Preis der Ablenkung, der Flucht, des Vergessens. Auch ein schlechtes Vorbild ist ein gutes Vorbild.<span class="Apple-converted-space"> Anders sein, als die Alten.</span></p>
<p>Widerspruch in sich, verunsichert, für ein Kind unbegreiflich. Tiefe Wunden haben ihre Wurzeln. In der Kindheit, sogar schon vor der Geburt, im Schicksal und den Fähigkeiten der anderen, in den Zwängen der Zeit.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Wer bin ich mit Zweiundsechzig?</h3>
<p>Alles ist neu. Und ich auf der Suche. Aber darum geht es nicht. Zu zwanghaft. Oder finden? Die eigenen Werte. Ganz persönlich. Die eigenen Entscheidungen. Die eigene Freiheit.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Einen Weg finden. Aus der Unsicherheit. Was hilft dabei? Geschichten? Alte und neue Märchen? Die Sterne fragen? Karten legen? Die Gefahr: Hofnarren verschaukeln dich. Verdienen mit deiner Vernebelung. Die Chance: einen Weg zu sich finden.</p>
<p>Was ist wirklich wichtig? Fühlen. Als gleichberechtigt zum Denken. Und so oft unterdrückt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zärtlichkeit. Als Ausdruck des Fühlens. Und als Mittel des Gefühls.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zuhören. Um zu sehen, mit allen Sinnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Offenheit. Die der eigenen Verschlossenheit gegenübersteht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Entscheidungen werden getroffen. Ist es die Liebe des Lebens? Das Bedürfnis nach Zweisamkeit überdeckt die verborgenen Zweifel. Und viele schöne Momente.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Für den Moment ist es richtig</h3>
<p>Das zählt. Nur das.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Weg ergibt sich aus den gegangenen Schritten. Es entwickelt sich. Das Leben. Wie zufällig scheint es. Dann wird es sich fügen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und dennoch. Allein. Mit sich. Die Dämonen anderer werden einen übergestülpt. Ungerechtigkeit entzweit.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch die eigenen Geister zeigen sich immer wieder. Aus dem Nichts.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wie schwer ist es, sich anzunehmen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Früher. Als junger Mensch. Rückzug. Um sich den Verletzungen zu entziehen. Eine eingeübte Strategie.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Alte Wunden, Traumatisches lassen sich nicht einfach abschütteln.</p>
<p>Nicht das Ziel ist das Ziel. Auf dem Weg sein ist das Ziel.</p>
<p>Kinder auf ihrem Weg begleiten. Kinder zu stärken, zu verstehen. Neugierde zu wecken. Geborgenheit zu schenken. Authentisch zu sein. Kein Widerspruch zwischen Sein und Handeln. Ich bin nicht größer, nicht mehr, als du, mein Kind.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Gutes ist geleistet. Das trägt weiter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aufgaben sind verteilt. Fest und fertig.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Bin ich noch ich?</h3>
<p>Sich selbst nicht zu leben, macht unzufrieden. Und ungerecht und wütend.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Seelen haben sich auseinandergelebt. Es gibt nichts mehr zu sagen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Entscheidung, sich zu trennen. Wenn das einander Verstehen verloren ist. Oder war es nie wirklich? Die Liebe ist futsch.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Was ist wirklich wichtig? Nicht was ich besitze. Sondern wer ich bin.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Liebe des Lebens. Von Beginn an ohne Fragezeichen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Was ist wirklich wesentlich? Gemeinsam. Sich den Alltag teilen. Sich das Leben teilen. Denn ein jeder hat seine Stärken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Gerade auch dann, wenn Schwächen alles, wirklich alles, annehmen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Vertrauen. Steht der Angst gegenüber vor Verletzungen der Vergangenheit.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<h3>Die alten Dämonen melden sich zurück</h3>
<p>Zärtlichkeit. Nähe. Das Fühlen zu schenken. Füreinander.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Unterschiedliche Lebensläufe. Im selben Moment das Gleiche denken. Verschieden und doch vertraut.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mit der Zeit wächst die Sicherheit. Nicht mehr allein zu sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wir können keinen Menschen verändern. Das zu lernen, ist schwer. Versuche, es zu probieren, sind zum Scheitern verurteilt. Und es macht auch nur traurig, unzufrieden, ungerecht. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Den Moment, das Jetzt wertzuschätzen, positiv zu spiegeln, erleichtert es.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und der Erhalt der Gesundheit wird immer wichtiger. Verantwortung übernehmen, auch für sich selbst. Und so Verantwortung für die Zukunft.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Schlimmstenfalls noch ein paar Tage. Wahrscheinlicher noch zwanzig, dreißig Jahre. Dann bin ich weg und mein Leben ist vorbei.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Vielleicht, ein Gedanke, ein Wort, eine Erinnerung an mich, meine Spuren bleiben für eine Zeitspanne. Wir werden vielleicht für dich ein kleines Licht sein. Für seine Zeit. Bis ins Vergessen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weil es einfach da ist</title>
		<link>https://kuhrau.de/gedanken/weil-es-einfach-da-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2022 10:17:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Problem und Lösung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialisation]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1030" height="688" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-1030x688.jpg" class="wp-image-8347 avia-img-lazy-loading-not-8347 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Hiddensee 2022" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-1030x688.jpg 1030w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-80x53.jpg 80w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-768x513.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-1536x1025.jpg 1536w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-1500x1001.jpg 1500w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-705x471.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756-58x39.jpg 58w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220917_130756.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1030px) 100vw, 1030px" title="Weil es einfach da ist 6"></div><p class="opener">„Du bist ein nutzloses Stück Scheiße“ sind unendlich verletzende, herabwürdigende Worte von schlechten Menschen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Alles muss in menschlichen Augen einen Nutzen haben. Hat es das nicht, ist es wie vogelfrei. Wir Menschen verändern vieles dermaßen, dass es nützlich wird. Und sei es für unser Auge. Wir formen die Welt, wie es uns gefällt.</p>
<p>Harmlos ist es, einen Pudel zu frisieren, so wie wir Menschen es schön finden.</p>
<p>Problematischer im Für und Wider ist es schon, durch Züchtungen Pflanzen und Tiere in dem Maß zu verändern, dass der Ertrag höher wird und wenige Menschen viel damit verdienen.</p>
<p>Mehr als dramatisch ist es, wenn wir Menschen ganze Gruppen von anderen Menschen verfolgen, vertreiben und ermorden, weil wir meinen, dass sie anders sind. Eine andere Hautfarbe, eine andere Haarfarbe, eine andere Religion reichen schon, um uns bedroht zu fühlen, unsere Ängste zu schüren und Menschen in die Schublade „nutzlos“ einzusperren. Mehr als 6 Millionen getötete Menschen unter dem Regime der Nazis sind bei weitem eines der historisch schlimmsten Ereignisse. Widerstand gegen die Nazis, wurde, unter dem Deckmantel des Rechts, bekämpft. Frauen und Männer, etwa der Bewegung der Weißen Rose, wurden als nutzlos diffamiert und innerhalb weniger Tage verurteilt und hingerichtet.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nutzlos sein macht aber auch Angst. Wir haben selbst davor Furcht, nutzlos zu sein, umgekehrt, es nicht zu sein, gibt uns Kraft. Körperliche Handicaps machen uns Herzensangst. Die Folgen von Krankheit bereiten uns schlaflose Nächte. Wir haben es immer und immer wieder gelernt, dass wir Nutzen bringen müssen. Wir definieren uns selbst darüber, was wir arbeiten, machen und haben. Wenn es nicht mehr geht, kann es mehr als nur zu einer ausgewachsenen Depression führen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, wie es wäre, zu nichts mehr nützlich zu sein. Im Rentenalter wird es vielleicht von anderen akzeptiert. Aber auch von mir?</p>
<p>Tiere denken nicht so. Vermute ich mal. Unsere Katzen handeln nicht nach der Devise, ob die Auswirkungen ihres Tuns für sie einen Nutzen bringen. Sie berechnen nicht, sind in ihrer Art und Weise einfach da.</p>
<p>Jeden Nutzen interpretieren und bewerten wir aus der Sicht des Menschen. Wir können es nicht anders. Nützlich sein ist allein ein menschlicher Bewertungsmaßstab. Was unnütz ist, hat keinen Wert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wie würde die Welt sein, wenn es anders wäre? Wenn wir die Kategorien des Nutzens abschaffen würden. Eine Wirklichkeit ohne Bewertung, ohne Kosten-Nutzen-Analyse. Wenn einfach alles einfach da sein darf, mit seiner Aufgabe, seiner Funktion, seinem Platz in einem ökologischen System. Weil es einfach da ist. So wie es ist. Und weil wir Menschen alles dafür machen, dass es da sein kann.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Unterschied zwischen Mann und Frau ‒ der Mann ist das Problem </title>
		<link>https://kuhrau.de/gedanken/der-unterschied-zwischen-mann-und-frau-der-mann-ist-das-problem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2022 12:12:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mann und Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialisation]]></category>
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					<description><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1030" height="688" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-1030x688.jpg" class="wp-image-8357 avia-img-lazy-loading-not-8357 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Hiddensee 2022" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-1030x688.jpg 1030w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-80x53.jpg 80w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-768x513.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-1536x1025.jpg 1536w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-1500x1001.jpg 1500w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-705x471.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-58x39.jpg 58w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1030px) 100vw, 1030px" title="Der Unterschied zwischen Mann und Frau ‒ der Mann ist das Problem  7"></div>Zeitreise zurück in die Steinzeit. Der Mann versucht, als Jäger und Sammler, die ersten nachweisbaren Werkzeuge werden erfunden, seine Sippe zu ernähren. Er zieht umher, verteidigt seine Höhle. Reicht es nicht mehr zum Überleben, so führt er seine …]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1030" height="688" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-1030x688.jpg" class="wp-image-8357 avia-img-lazy-loading-not-8357 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Hiddensee 2022" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-1030x688.jpg 1030w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-80x53.jpg 80w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-768x513.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-1536x1025.jpg 1536w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-1500x1001.jpg 1500w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-705x471.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016-58x39.jpg 58w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/09/NIKON_Z_5_20220916_154016.jpg 1920w" sizes="(max-width: 1030px) 100vw, 1030px" title="Der Unterschied zwischen Mann und Frau ‒ der Mann ist das Problem  8"></div><p class="opener">Zeitreise zurück in die Steinzeit. Der Mann versucht, als Jäger und Sammler, die ersten nachweisbaren Werkzeuge werden erfunden, seine Sippe zu ernähren. Er zieht umher, verteidigt seine Höhle. Reicht es nicht mehr zum Überleben, so führt er seine Familie in eine neue Gegend. Um den Fortbestand seiner Familienbande zu erhalten, paart er sich mit seiner Frau. Die Frau trägt neun Monate die Schwangerschaft aus, eine nach der anderen, in einer aus unserem heutigen Blickwinkel unvorstellbar beschwerlichen und entbehrungsreichen Zeit, um so die Versorgung und den Bestand zu sichern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Frau versorgt die Kinder, viele sterben, die Lebenserwartung ist nicht hoch. Sie bereitet die Nahrung zu, hält die Behausung sauber. Der Mann ist nie schwanger, die Frau aber wohl. Daraus ergibt sich automatisch ein Unterschied. Der Mann als Versorger und Beschützer, die Frau als Mutter. Die Erziehung der Kinder widerspiegelt dieses Wertesystem.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>So geht es weiter durch die Zeit, Land wird urbar gemacht, Siedlungen entstehen, die Industrialisierung verändert das Leben fundamental. Aber die Rollen bleiben bestehen und die Rolle des Mannes verselbstständigt sich. Mehr und mehr dient sein Handeln nicht mehr nur dazu, die Sippe zu versorgen und zu beschützen, sondern auch dazu, sich Land und Bodenschätze anzueignen, sich andere Menschen abhängig und untertan zu machen und Macht zu gewinnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Mann denkt nicht selten, es gibt etwas Wichtigeres als die Wahrheit. Und oft irrt er damit, vielleicht bewusst oder ohne es zu merken. Jedes Mittel ist richtig auf seinem Weg. Der Frau ist Ehrlichkeit wesentlich, denn Lügen zerstören Vertrauen. Natürlich lügen auch Frauen, aber dann aus anderen Motiven als Männer. Vielleicht eher aus Angst, zum Beispiel vor Verletzungen, oder zum Schutz, weniger als ein Mann, um einfach einen Vorteil zu erreichen. Im Machtsystem des Mannes ist die Lüge ein möglicher Weg. Eine Frau, eine Mutter, fühlt, wie wichtig Vertrauen ist, und dass Vertrauen schenken nicht nur bei Kindern die Basis der Liebe ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Weite Teile der Gesellschaft sind von Männern geprägt. Der Islamismus genauso wie das Christentum. Maria ist „nur“ die Muttergottes, Gott aber ist der Schöpfer. Alles andere, eine Gesellschaft mit Frauen im Zentrum, wurde und wird unterdrückt. Von Männern. Für Frauen ist es wahrscheinlich unvorstellbar, in einer von Frauen dominierten Welt zu leben, denn Unterdrückung anderer Menschen ist weniger ihr Sinn des Lebens. Außer Frauen übernehmen das Denken der Männer.</p>
<p>Das gesamte Wirtschaftssystem ist ein System des Mannes und der Macht. Dabei wird komplett ausgeblendet, dass ein immer steigendes Wachstum, auf das das Denken des Mannes beruht, vollkommen unmöglich ist. Aber was zählt schon die Wahrheit, wenn der Mann eine Anschauung hat?</p>
<p>Die Frau bleibt – auch vom Mann gezwungen – in ihrer Rolle als Mutter gebunden. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ja, nicht selten schlimmer, muss sie die Lust des Mannes befriedigen, bis hin zur Prostitution und Vergewaltigung.</p>
<p>Auch wenn ich verallgemeinere und Tausende Jahre übergehe, und die sehr vielen Menschen, die andere Werte leben, so sehe ich doch die Wurzeln des Unterschiedes zwischen Mann und Frau in der fernen Vergangenheit der Menschheitsgeschichte, geschuldet der Notwendigkeit des Überlebens und der biologischen Unterschiede.</p>
<p>Nur hat sich das Handeln des Mannes abgehoben, in einem egozentrischen Sich-selbst-verwirklichen. Der Mann tut alles dafür, die Frau in ihrer Rolle zu binden und mehr noch, dafür zu sorgen, dass sie die Werte des Mannes vermittelt. Die Familie „braucht“ einen Beschützer, und dieser ist der Mann, ist seit ewigen Zeiten das Nonplusultra.</p>
<h3>Das Problem ist der Mann!</h3>
<p>Seine gesamte Handlung führt zur Ausbeutung, zur Zerstörung, der Mann geht über Leichen. Der Mann sieht sich als Mittelpunkt, als Zentrum, alleine sein eigener Vorteil zählt.</p>
<p>Die Frau sorgt für die Familie mit ihrem Blickwinkel auf andere. Eine Frau, die neun Monate das werdende Leben in sich trägt, hat einen anderen Bezug zum Kind, zum Leben, als ein Mann, der ein paar Sekunden seinen Samen gibt, und so oft nur seine eigene Lust und Befriedigung in den Vordergrund stellt.</p>
<p style="text-align: left;">Heute leben wir in einer Zeit, in der es viel weniger um Absicherung durch Fortpflanzung geht, sondern darum, dass Frauen, wie Männer, ihr Recht auf Selbstverwirklichung einfordern und bekommen. Gleichberechtigung entwickelt sich aber nur sehr zögerlich und schwer, weil sie zum Machtverlust des Mannes führt: So denkt der Mann aus seiner Perspektive, natürlich „nur“ zum Guten für die Familie, schiebt er vor.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Langsam ändern sich die Rollenverständnisse, das Vatersein wird entdeckt. Aber wer gibt schon gerne seine Fehler zu, erkennt seine Lebenslüge? Wer verzichtet gerne auf seine Vorteile? Der Mann bestimmt weniger, die Frau vielleicht eher, und wenn, dann nur, um den Mann und seinen Druck, zu besänftigen.</p>
<p>Natürlich ist nichts eindeutig nur schwarz oder weiß. Es gibt unzählige Nuancen, genauso wie sich in jedem Menschen weibliche und männliche Anteile finden.</p>
<p>Die Lösung der Probleme unserer Zeit wird nicht sein, dass Frauen immer mehr zu Männern werden, wie Männer leben. Damit würde sich die Zerstörungsgewalt der Männerwelt nur exponentiell steigern.</p>
<p>Die Antwort wird vielmehr sein, dass der Mann mehr Werte der Frau übernimmt, dass der Mann nicht mehr sich selbst als Nabel der Welt sieht, sondern das Andere, das Gesamte, das Gemeinsame. Wenn wir Männer die Kostbarkeit des anderen wirklich erkennen, sehen und schätzen, so werden wir sie kaum zerstören. Auch Frauen müssen lernen, mehr die eigenen Werte zu vermitteln, und weniger die Maßstäbe des Mannes. Gleichberechtigung bedeutet nicht nur die gleichen Rechte für Frauen, sondern vielmehr das Besinnen auf die weiblichen Ideale, die das Leben ausmachen.</p>
<p>Damit sich wirklich etwas ändert, müssen wir Menschen bis zu 2,6 Millionen Jahre alte Verhaltensweisen überdenken.</p>
<p>Die weibliche Sichtweise muss viel mehr in der Männerwelt Einzug finden. Auf den Punkt gebracht: Der Mann muss wirklich fassen, was es heißt, schwanger zu sein.</p>
<p>Wenn der Mann innewird, dass geben – gebären – seliger ist als nehmen und es weniger um das geht, was ein Mann bekommt, wird die Welt vielleicht wirklich gleichberechtigt.</p>
<p>Und keine Sorge: Der Mann kann darauf vertrauen, dass er dennoch erhält, denn dafür wird die Frau sorgen, mit ihrem Gefühl für Gerechtigkeit.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alles ist miteinander verbunden</title>
		<link>https://kuhrau.de/gedanken/alles-ist-miteinander-verbunden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Aug 2022 14:39:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialisation]]></category>
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					<description><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1000" height="835" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494.jpg" class="wp-image-2878 avia-img-lazy-loading-not-2878 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Liebe Weg KatzeKaro" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494.jpg 1000w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-400x334.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-300x251.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-768x641.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-705x589.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-58x48.jpg 58w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" title="Alles ist miteinander verbunden 9"></div>Wir sind alles Individualisten. Denken wir. So leben wir. Das stimmt auch, jeder Mensch ist einzigartig, ganz individuell und einmalig.  Kater Socke macht gerne etwas nach, was sich gerade Katze Karo ausgedacht hat. Das fällt auf. Es ist aber auch …]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1000" height="835" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494.jpg" class="wp-image-2878 avia-img-lazy-loading-not-2878 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Liebe Weg KatzeKaro" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494.jpg 1000w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-400x334.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-300x251.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-768x641.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-705x589.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2020/07/img_2494-58x48.jpg 58w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" title="Alles ist miteinander verbunden 10"></div><p class="opener">Wir sind alles Individualisten. Denken wir. So leben wir. Das stimmt auch, jeder Mensch ist einzigartig, ganz individuell und einmalig.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Kater Socke macht gerne etwas nach, was sich gerade Katze Karo ausgedacht hat. Das fällt auf. Es ist aber auch umgekehrt, dass Karo Ideen aufgreift, die Socke hatte. So ist es bei Tieren, so ist es bei Menschen. Jeder Mensch lernt sein ganzes Leben lang, wenn er es will. Vieles, vielleicht 80 Prozent, lernen wir durch Imitation, durch Nachmachen. So wie wir es, früher als Kind, später als Erwachsener, „vorgemacht“ bekommen haben, es uns vorgelebt wurde und wird.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Schon sehr früh, noch im Mutterleib, lernen wir. Oder besser gesagt, entwickelt sich unser Charakter. Denn wir hören, wir fühlen, wie es der Mutter geht, wie sie lebt, spüren ihren Stress, fühlen ihre Liebe, ihre Zärtlichkeit, hören ihre Stimme. Mit der Nabelschnur verbunden sind wir mit ihr, unserer Mutter. Diese einzigartige Verbindung und die Gefühle der Mutter, sind sehr wesentlich, für unsere spätere Entwicklung. Zudem ist diese Verbindung bedeutsam für die Gefühle, für die Liebe, die die Mutter für ihr Kind empfindet, jetzt und später.</p>
<p>Wird ein Kind, warum auch immer, zu früh von der Mutter getrennt, so wird es die Bindung zwischen Mutter und Kind, von beiden Seiten aus gesehen, schwerer haben, sich zu entwickeln. Wichtige, biochemische und hormonelle Prozesse im Gehirn sind gestört.</p>
<p>Unser Gehirn speichert in unterschiedlichen Bereichen über die Aktivierung von Verbindungen zwischen Nervenzellen das Erlebte und Gelernte. Verschiedene Bereiche im Gehirn speichern bestimmte Informationen. Manche Bereiche können für sie bestimmte Informationen nur in bestimmten Phasen des Lebens speichern. Das Sprachzentrum im Gehirn beispielsweise speichert in der Kleinkindzeit am besten. Später wird es viel schwerer, für einen Menschen das Sprechen zu lernen. In anderen Phasen, wie der Pubertät, werden die gespeicherten Verbindungen aufgeräumt, neu geordnet und unter Umständen aufgelöst. Auch unsere Möglichkeiten, wie wir Beziehungen fühlen und leben, sind im Gehirn gespeichert. Hier ist die Zeit vor und nach der Geburt wesentlich. Andererseits können manche Bereiche des Gehirns auch für andere Bereiche einspringen. Lernen, also die Aktivierung von Verbindungen zwischen Gehirnzellen, ist das ganze Leben lang möglich. Wenn wir es nicht vergessen, wenn wir offen dafür bleiben.</p>
<p>So ist schon sehr früh im Leben eines Menschen, noch vor der Geburt, eine entscheidende Zeit, in der die Basis für die Entwicklung und die Beziehungen zueinander gesetzt wird. Liebe und Nähe, besonders in der ersten Zeit, sind das A und O. Keine Nabelschnur sollte zu früh getrennt werden, wenn wir wünschen, dass unsere Kinder einen guten Start ins Leben haben. Denn alles ist miteinander verbunden. Ein Inkubator, ein Brutkasten, in den das zu früh geborene Kind gelegt wird, ist kein adäquater Ersatz für den Mutterleib, für ihre Nähe und Wärme.</p>
<p>Ein Kind schon frühzeitig in die Krippe zu geben, damit auch die Frau wieder einer bezahlten Arbeit nachgehen kann, ist bestimmt aus der Sicht der arbeitenden Gesellschaft positiv und auch aus der Sicht der Frau, die nicht „nur“ Mutter sein möchte oder kann. Ändern wir unseren Blickwinkel: Alles hat immer mehrere Seiten. Aus der Sicht des Kindes ist es eine Bürde für das Kind und auch für die Mutter, für die Beziehung der Mutter zu ihrem Kind. Ändern wir unseren Blickwinkel noch mal und bewerten das „Muttersein“, die „Arbeit“, die eine Mutter in der Familie, als „Hausfrau“ leistet, zur Abwechslung mal nicht aus der Sicht der Wirtschaftsgesellschaft. Dann relativiert sich das „nur Mutter“ sehr schnell.</p>
<p>Die Verbindung der Mutter zum Kind ist bestimmt nicht die einzige wichtige Verbindung. Jede Beziehung, jede Interaktion, hat immer auch Auswirkungen auf andere Menschen. Lacht ein Mensch, so ist das Lachen vielleicht ansteckend. Weint er, so macht seine Traurigkeit etwas mit einem anderen. Erzählt er Lügen, so schwindet das Vertrauen, das andere zu ihm haben. Hört er etwas, das ihn in seiner vergangenen Zeit etwas berührt hat, schlimmstenfalls traumatisierte, so könnten in ihm alte Verhaltensweisen aufbrechen. Damit immer richtig umzugehen, ist oft nicht einfach. Manchmal gelingt es besser, manchmal schlechter. Je nachdem, wie wir gerade „drauf“ sind und was uns etwa den Tag über widerfahren ist. So wirken alle Verbindungen jederzeit. Beziehungen, die wir aber oft gar nicht mehr deutlich wahrnehmen, weil es uns dafür am Bewusstsein mangelt.</p>
<p>Wenn sich Eltern anschreien, vielleicht in ihrer Überforderung, so wird das Kind sich das abschauen. Nicht einfach wird es dadurch gegebenenfalls sein, für dieses Kind, andere Formen der Kommunikation zu lernen, Konflikte anders auszutragen, als möglicherweise dadurch, dass der eine den anderen unterdrückt.</p>
<p>Jedes Kind hat sensible Antennen für unterschwellige Widersprüche im Verhalten der Eltern. Ist die Liebe wirklich echt, ist Zeit für Nähe da, oder sind Fragen des Interesses nur gestellt, zwischen Tür und Angel? Das kann zum Beispiel je nach Situation eine Unsicherheit im Kind hinterlassen, die es ihm immer wieder schwer machen könnte, sich geborgen, sich sicher und nicht alleine zu fühlen.</p>
<p>Verletzungen in uns führen manchmal auch zu Mauern, die wir um uns errichten, und wir können uns nur wenigen Menschen gegenüber wirklich öffnen. Vielleicht, in unserer Kindheit, waren diese Mauern ein Schutz. Vielleicht sind sie auch später ein Schutz. Aber andererseits versperren Mauern auch die Sicht auf uns, unsere eigene Sicht und die Sicht anderer Menschen.</p>
<p>Lebt der Vater als großer, starker Mann eine Persönlichkeit vor, die immer sehr Respekt einflößend ist, so wird sich das Kind vielleicht vor anderen, vor wichtigen Menschen oft klein fühlen. Setzt sich der Vater aber auf den Boden zum Kind, spielt mit ihm das, was das Kind will, lässt sich wirklich auf das Kind ein und macht sich nicht größer und besser, so besteht eine Chance, dass sich im Kind viel leichter das Gefühl entwickelt, etwas zu sein. Selbstbewusstsein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ein Kind kann rasch vom Erwachsenen überfordert sein, verunsichert. Umgekehrt ist es viel einfacher für den Erwachsenen, sich kleiner zu machen, eben nicht größer als das Kind, sich auf die Ebene des Kindes zu begeben und so auch den eigenen Blickwinkel zu ändern, zu erweitern. Wenn wir uns auf Kinder wirklich einlassen, können wir als Erwachsene sehr viel lernen. Es ist ein köstlicher, kostbarer Gewinn, die Welt „wieder“ mit Kinderaugen zu sehen, zu begreifen.</p>
<p>Ich vereinfache bestimmt sehr komplexe Zusammenhänge, aber im Kern ist es meine Wahrheit.</p>
<p>Wir sind alles Individualisten. Denken wir. So leben wir. Das stimmt auch, jeder Mensch ist einzigartig, ganz individuell und einmalig. Aber alles ist miteinander verbunden. Wir Menschen, wie wir sind, beeinflussen andere Menschen und wirken auf unsere Umwelt. Und unsere Umwelt beeinflusst uns Menschen.</p>
<p>Ein Sprichwort sagt, es ist egal, ob in China ein Sack Reis umfällt. Vermutlich ist es für uns vollkommen egal. Aber wer weiß. So wie die schnelle Verbreitung des Coronavirus zeigte, ist es nicht egal, was an einem beliebigen Ort und zu einem anderen Zeitpunkt passiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wie sehr wir mit der Erde verbunden sind, zeigt uns die Erdanziehungskraft. Ohne diese Kraft würden wir im All umherirren. Und das ist nicht möglich, das heißt, ohne diese Verbindung durch die Erdanziehung würde es kein Leben geben.<span class="Apple-converted-space"> </span>Wie viele Verbindungen wird es geben, von denen wir keine blasse Ahnung haben, die aber dennoch erst das Leben ermöglichen und bestimmen?</p>
<p>Wir Menschen sind auf dem besten Weg, die Verbundenheit zur Natur zu verlernen. Zu wenige Menschen leben uns das noch vor. Keine 80 Prozent. Zurück zur Natur, wird als Rückschritt der Gesellschaft wahrgenommen und oftmals verpönt. Damit verliert sich mehr und mehr die Verbindung zur Natur, zur Umwelt, in der wir leben. Was weniger wird, verkümmert in uns. Großstadtkinder erleben nicht mehr, wie eine Kuh Milch gibt.</p>
<p>Wir fühlen uns nicht mehr eingebunden in der Natur, das wiederum vereinfacht es uns, die Natur auszubeuten und zu zerstören. Zum Vorteil der Wirtschaft, der Macht des Kapitalismus.</p>
<p>Aber nicht unbedingt zum Vorteil unseres Lebens, unserer seelischen und körperlichen Gesundheit. So wie wir als Baby leiden, wenn die Nabelschnur zur Mutter zu früh getrennt wird, so leiden wir als Menschen unter dem Verlust der Verbindung zur Natur. Wenn wir es überhaupt bemerken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dabei sagt unser Körper uns deutlich, zum Beispiel mit seinen Krankheiten, wie es der Seele geht. Und umgekehrt spricht die Seele zum Körper. Wenn wir zuhören.</p>
<p>Traut man sich, auf sein eigenes Leben zurückzublicken, sich Umwege, Fehler und Verdrängungen überhaupt einzugestehen? Oder machen wir, weil es für uns einfacher ist, die Augen einfach zu, bis hin zur Blindheit? Macht so das Schwinden des Augenlichts nicht deutlich, ob wir in unserem Leben nicht immer genau hingeschaut haben? Wenn Du mir mit dem Gedanken folgst, wie alles miteinander verbunden sein könnte, so wirst Du auch hier eine Verbindung erkennen. Die nicht sein muss, aber auch eine Rolle spielen kann.</p>
<p>Es kann aber auch richtig sein, die Augen zu schließen. So wie wir den Schlaf benötigen, um uns auszuruhen, dürfen wir auch die Augen geschlossenhalten, um der Seele Ruhe zu geben. Wichtig ist einfach nur, diese Verbindungen zu erkennen und zu verstehen. Alles hat seine Zeit. Wenn wir es zulassen.</p>
<p>Das Herz ist seit Menschengedenken das Symbol der Liebe. Das Herz ist das wichtigste Organ. Hört es auf zu schlagen, endet jedes Leben. Endet jede Liebe? Was bedeuten zunehmende Herzerkrankungen aus dieser Sicht? Reicht die Liebe, die wir leben, für ein gesundes Leben? Lieben wir uns selbst ausreichend? Und hier meine ich nicht, dass wir lieben, was wir haben. Wir lieben die Natur nicht annähernd ausreichend, wie nicht nur die Klimakatastrophe zeigt!</p>
<p>Wesentlich ist, wieder zu lernen, die Verbindungen, die Netzwerke zu sehen. Nicht um wirtschaftliche Vorteile zu erfahren, sondern um den Sinn des Lebens wieder neu zu erkennen. Und um der Seele, dem Körper wieder die Chance zu geben, etwas gesünder zu sein.</p>
<p>Medizinische Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten sind toll und führen dazu, dass das durchschnittliche Lebensalter der Menschen steigt. Unbenommen ist aber auch, dass die „Zivilisationskrankheiten“ zunehmen. Krebs, auch weil der Körper zunehmend auf die Zerstörungen der Umwelt reagiert. Depressionen, weil die Seele erkrankt, mit dem Schwinden der Verbindungen zur Umwelt, zu unseren natürlichen Wurzeln. Krankheiten in uns werden beeinflusst durch Überforderungen, die täglich auf uns einwirken. Unsere Art des Lebens, der Druck durch Arbeit, das Funktionieren und Geldverdienenmüssen machen uns krank.</p>
<p>Gesünder sein. In gesund versteckt sich das Wort Sünde. Also heißt gesünder sein auch ohne Sünde sein? Weniger lügen, weniger zerstören und viel, viel mehr lieben?</p>
<p>Wir können gar nicht so viel Geld verdienen, mit unserer Wirtschaft, mit unserem Kapitalismus, mit unserer Wissenschaft und Forschung, um den Preis zu bezahlen, den es kosten wird, die Erde, die Natur, den vielfältigen Lebensraum, zu erhalten und zu schützen – falls das überhaupt (noch) möglich wäre. Denn wir können den Wert der Natur, etwa die Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling, nicht annähernd monetär bewerten. Wir sehen uns immer weniger als Teil der Natur. Noch weniger erkennen wir die Natur als Natur, als gleichberechtigt an, insbesondere wenn wir nicht aufhören, sie mit den Augen des Geldwertes und der Ausbeutung zu sehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aber unser Leben ist Natur. Unsere Verbindung zur Natur ist die Nabelschnur unseres Lebens. Unsere Verbindung zum Leben. Das Leben ist der Sinn unseres Lebens.</p>
<p>Der Mensch ist das weltweit gefährlichste Raubtier geworden. Mit unendlicher Zerstörungskraft, die alles Leben vernichten könnte, wenn wir die Verbindungen zur Natur nicht wieder neu entdecken und wieder lernen zu leben. Uns nicht mehr abnabeln von der Natur und wieder lernen zu leben.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Familiengeschichten</title>
		<link>https://kuhrau.de/geschichten/familiengeschichten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jul 2019 09:33:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme unserer Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialisation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.tatendurstig.de/wordpress/?p=1623</guid>

					<description><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1000" height="667" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727.jpg" class="wp-image-1624 avia-img-lazy-loading-not-1624 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Katze Karo" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727.jpg 1000w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-768x512.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-705x470.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-58x39.jpg 58w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" title="Familiengeschichten 11"></div>Schon als Junge war er mit dabei. Alle seine Freunde waren es. Viele aus der Straße und fast alle aus seiner Schule. Wie hätte er es da denn anders machen sollen? Er wäre ein Außenseiter gewesen, andere hätten ihn gemieden, gehänselt oder …]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1000" height="667" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727.jpg" class="wp-image-1624 avia-img-lazy-loading-not-1624 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Katze Karo" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727.jpg 1000w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-768x512.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-705x470.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2019/07/2018-02-23-080727-58x39.jpg 58w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" title="Familiengeschichten 12"></div>
<p class="wp-block-paragraph" class="opener">Schon als Junge war er mit dabei. Alle seine Freunde waren es. Viele aus der Straße und fast alle aus seiner Schule. Wie hätte er es da denn anders machen sollen? Er wäre ein Außenseiter gewesen, andere hätten ihn gemieden, gehänselt oder verprügelt. Nein. Da hat er lieber mitgemacht. Das war wirklich besser für ihn. Er hat nicht lange darüber nachgedacht. Besonders schön war es, wenn ihm die Mädchen nachblickten. Das hat ihn geschmeichelt. Er sah aber auch schick aus, in der Uniform. Den Schulabschluss zu machen, war unwichtig. Dafür durfte er in den Krieg. Für das Vaterland. Er durfte stark sein. Ein Mann sein, wie sein Vater. Das Leben ist so viel einfacher, wenn man dazugehört. Zusammen mit seinem besten Freund, und allen Jungs aus seiner Klasse, wurden sie gefeiert, als sie am Bahnhof in den Zug stiegen. Sie waren Kameraden und zogen in den Krieg. </p>





<p class="wp-block-paragraph">Nur er kam zurück. Als Invalide. Schwer verwundet. Wie viel Tod hatte er gesehen, wie viel Tod hatte er gebraucht? Seine Frau weinte oft, wenn er einen Wutanfall hatte, sie schlecht behandelte, sie schlug. Das viele Blut, der Tod des Krieges, hatten ihn abgestumpft. Ihn gefühllos gemacht. Aber daran denken, sich erinnern, wollte er nicht. Schweigend schlug er seine Frau, schlug seine Kinder. Die waren aber auch laut. Er war doch im Krieg gewesen, er war ein echter Mann, und er durfte das, dachte er, ohne darüber nachzudenken. Gewalt war die Sprache, die er gelernt hatte. Und zu funktionieren, wie ein Soldat. Seine Frau hatte ihn verlassen. War mit den Kindern gegangen, als er wieder mal angetrunken nach Hause kam, war keiner mehr da. Als er aufwachte, war er alleine. Dass das der Preis war, den er zahlen musste, hat er nie begriffen. Er war doch ein Mann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie war seine Frau. Er sah aber auch attraktiv aus, in seiner Uniform. Wie oft dachte sie an ihn, als er Monate im Osten war? Wie er an der Front kämpfte, weinte sie nicht mehr, wenn andere wieder vom Amt Post bekamen, abermals Helden den Tod gefunden hatten. Zu Weihnachten kam er nach Hause. Sie lagen die ganzen Tage im Bett. Draußen war es aber auch kalt. Am zweiten Weihnachtstag musste er wieder los. Sie hatte noch Tränen für ihn. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal dachte sie an ihre beste Freundin. Sie studierte in der Zeit des Krieges in München. Wenn sie nach Hause kam, trafen sie sich. Sie und ihr Bruder verteilten Flugblätter, erzählte sie ihr. Damit machten sie aufmerksam auf die Missstände, den Irrsinn des Krieges, die unzähligen, unnötigen Opfer. Sie erhoben ihre Stimme gegen die Willkür, die Verfolgung, die Ungerechtigkeit. Wie mutig sie waren. Jedoch, eines Tages, ihre Freundin war schon Wochen nicht mehr zu Hause gewesen, traf sie deren Mutter. Die Freundin wurde verurteilt und hingerichtet. Die unendliche Ungerechtigkeit macht müde und sprachlos. Aber das ist der Sinn dieses totalitären Regimes. Entweder man funktioniert in deren Sinn, oder man wird mundtot gemacht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Mann und seine Kameraden als junge Soldaten haben perfekt funktioniert. Wie so viele andere. Bis es zu spät war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Krieg war er anders. Zumal seine Augen jede Wärme verloren hatten. Er schwieg. Wenn sie sonntags miteinander ins Bett gingen, lebte keine Zärtlichkeit mehr. Sie ließ es zu, aber es fühlte sich nicht gut an. Mehr wie eine Vergewaltigung. Er erzählte nie etwas, er trank mehr, als gut für ihn war. Er schlug um sich. Die Liebe fand den Tod. Bis sie es nicht mehr aushalten konnte und mit den Kindern zu ihren Eltern floh.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er hatte andere Menschen getötet. Im Krieg. Menschen. Väter. Oder fast noch Kinder. Mit einer liebenden Mutter zu Hause. Nur weil einige Menschen meinten, ihre Fantasie eines Großreichs umsetzen zu müssen, werden Menschen zu Tätern und Opfern. Werden Menschen schwer traumatisiert? Nicht jeder Soldat wird später ein gewalttätiger Mann. Aber das Erleben im Krieg kann nicht ohne Folgen bleiben, nicht nur für die direkt betroffenen Menschen, sondern auch für die Kinder und Enkelkinder. Und man kann im Nachhinein einfach sagen: Warum hast du nicht … Wie auch, wenn vielleicht jedes Gefühl für Verantwortung im Grauen des Krieges zunichtegemacht wurde &#8230;</p>
<p>Konnte er es anders machen? Konnte er sich helfen lassen? Um den Krieg überhaupt auszuhalten, stand er unter Drogen. Welche Nebenwirkungen diese haben könnten, auch als der Krieg endlich vorbei war, ist nicht bekannt. War er klar genug, um überhaupt noch begreifen zu können, erkennen zu können, dass sein Handeln, seine Gewalt, jetzt nicht mehr sein darf? Oder lebte er nur noch in einer Welt, die einen nichts mehr fühlen lässt? Die einem die Wirklichkeit nicht mehr begreifen lassen kann. In der einem das Ausmaß des eigenen Seins nicht bewusst sein kann. In der Verdrängung und im Vergessen die einzige Möglichkeit ist, um am Leben bleiben zu können. Weil das Erlebte einen, in seiner Schrecklichkeit, jeden Verstand nehmen würde. Weil das Bewusstsein für das eigene Tun tot ist. Abgestorben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Kinder. Natürlich haben sie als Kinder alles mitbekommen. Sie waren einer Gewalt ausgesetzt. Kinder können sich aber nicht erklären, woher diese Gewalt zum Beispiel kommen könnte. Sie sind einer Ungeduld ausgesetzt, einer Wut. Sie erleben eine Lieblosigkeit. Und sie erleben auch eine Liebe. Sie erleben Spaß und Freude. Sie erleben Anforderungen und Strafe. Aber es wird wenig erklärt. Sie erfahren eine große Unsicherheit. Sie können die Widersprüche nicht erklären. Keiner erklärt es ihnen. Das macht was. Die erlebte Zeit der Eltern lebt in den Kindern weiter. Schlimme Zeiten, wie der Krieg, leben entsprechend weiter. Und führen, so unverarbeitet sie bei den Eltern waren, zu Unsicherheiten der Kinder. Selbstvertrauen müssen diese Kinder mühsam lernen.</p>
<p>Vielleicht lernen die Kinder, ähnlich wie die Eltern zu werden, und schauen sich die Verhaltensmuster ab. Vielleicht denken sie weniger nach, als die Eltern. Weil es so vielleicht einfacher ist. Vielleicht machen sie alles auch ganz anders. Und übertragen die Schuld des Vaters auf andere Männer. Vielleicht fühlen sie sich selbst schuldig und können Gefühle zulassen, vielleicht auch nicht. Macht die Verantwortungslosigkeit der anderen sie zu besonders verantwortungsvollen Menschen? Vielleicht lebt die Härte in ihnen weiter. Jeder Mensch wird anders reagieren, aber egal wie, es ist eine Auswirkung von dem, was war. Auch vor ihrer Zeit. Weil dies so ist, sollten wir uns hüten, zu bewerten, zu urteilen. Es ist nie eindimensional und einfach. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sein Vater war im Krieg gewesen. Er, das Kind, musste vorsichtig sein. Was erwartet ihn heute? Plötzlich könnte die Stimmung kippen. Dabei wollte er es doch nur allen recht machen. Aber er wusste nie wie. Dass er dabei nicht depressiv oder schizophren wurde, grenzte an ein Wunder. Er schwieg nur. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines Tages ging er mit seiner großen Schwester und mit seiner Mutter fort. Kurz danach zogen alle bei den Großeltern ins Haus. „Wo ist Vater?“ „Er kann nicht hier sein.“ „Warum, ich verstehe das nicht.“ „Du bist noch zu klein, um das zu verstehen.“ „Ich gehe spielen.“ Seinen Vater sah er nie wieder. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er arbeitete viel. Machte ein bisschen Musik mit Freunden. Dein Vater war schwer krank, traumatisiert, erzählte der Großvater. „Du weißt, der Krieg. Jetzt ist er tot.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Oftmals war er traurig, konnte es sich aber nicht wirklich erklären. Frauen mochte er nicht so sehr. Eher sehnte er sich nach seinem Vater. Die Beziehung zu seinem ersten Mann lief gut. Aber eines Tages ging er. „Ich will nicht dein Vater sein.“ Waren seine letzten Worte. Wieder war er enttäuscht. Und traurig. Dann traf er sie auf der Arbeit. Ein neues Glück. Denn das Kinderlachen des Babys freute ihn am meisten. Das war das Wichtigste. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er saß auf einer Bank. „Darf ich mich zu ihnen setzen?“ Der junge Mann war sehr freundlich, beide kamen ins Gespräch. Bald, ein paar Tage später, fragte er ihn, ob seine Frau wissen würde, dass er schwul sei. „Nein. Sie darf das nie erfahren, sie würde mich verlassen.“ Verlassen zu werden, war seine große Angst. Dann lieber alleine sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Woche später unterschrieb er beim Verfassungsschutz. Immer öfter spionierte er somit seine Kollegen, seine Freunde aus. Berichtet bald über vieles. Er funktioniert wie eine Marionette. Sowie sein Vater funktioniert hatte. Als dieser als Soldat im Krieg war. Zwar gibt es verschiedene Gründe, einfach mitzumachen, zu funktionieren. Aber ein paar Mark bekam er auch dazu, und das Auto, und manchmal merkt man es gar nicht, man rutscht hinein. Man wird Täter und Opfer, wie auf leisen Sohlen. Man fühlt sich auch nicht schuldig, es geht doch um eine gute Sache. Zumal man sich das nur einredet, um sich vor sich selbst zu rechtfertigen? Macht man sich bewusst, was es für andere bedeutet? Wie viele schickte er in das Gefängnis? Er wusste es nicht. Er wollte es auch nicht wissen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei bewunderte er seine Schwester. Eines Tages erzählte sie ihm in aller Offenheit, dass ihr betrunkener Vater versucht hatte, sie zu missbrauchen. Mutter ging dazwischen. Einen Tag später waren sie mit Mutter zu den Großeltern gezogen. Ach, darum. Davon wusste er nichts. „Nur Offenheit kann helfen“, meinte seine Schwester. „Mein Mann weiß es. Meiner Tochter habe ich es erzählt, als sie sich nach ihrem Großvater erkundigte. Ich versuchte, vom Krieg zu erzählen, und was er mit Menschen macht“, sagte sie. „Und ich wollte, dass meiner Tochter nie etwas wie mir passiert, dass sie nie Angst haben muss. Dass sie nicht einfach nur funktioniert.“ Seine Schwester ist eine kluge Frau. Er bewundert sie. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Man muss nicht funktionieren. Zwar kann sie sich auch entscheiden, es anders zu machen. Mutter erzählte von ihrer Freundin, die hatte das anders mit dem Tod bezahlt. Ja. Auch das kann sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er erzählte nie von seiner Zeit als informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit. Ständig lebte er mit der Angst, es könnte ans Tageslicht kommen. Er schämt sich zu sehr. Sein Sohn fragt: „Warum siehst du manchmal so traurig aus, bin ich schuld?“ „Nein. Du bist nicht schuldig. Wenn überhaupt einer Schuld haben könnte, ist es dein Großvater, mein Vater. Aber um Schuld geht es nicht. Ich erzähle es dir, wenn du groß bist.“ „Vergiss es nicht.“ Er denkt: Mein Sohn ist wenigstens so klug wie meine Schwester. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mir die Geschichte und die Personen ausgedacht. Menschen glauben, was sie glauben wollen. An Gott, Hexen, an einen Führer. Das macht sie willig, zu funktionieren. Wer ausbricht, anders ist, der wird es schwerer haben. Die Vielfalt des Lebens, der Menschen, macht Angst. Machtkampf. Mit allen Mitteln. Dann darf das andere nicht sein, wird als Bedrohung gesehen. Ein Feind darf, muss verfolgt werden. Dieser Kreislauf, meine ich, sollte durchbrochen werden. Aber es ist so unendlich schwer. Wie meine Geschichte zeigt. </p>
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