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	<title>Katzen &#8211; kuhrau.de</title>
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		<title>Die Zärtlichkeit einer Katze</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 16:29:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Katzen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<div><img width="1280" height="960" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-1280x960.jpeg" class="wp-image-16647 avia-img-lazy-loading-not-16647 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Graue Katze Karo mit flauschigem Fell, die auf einem Bett liegt und entspannt aussieht." style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" fetchpriority="high" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-1280x960.jpeg 1280w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-800x600.jpeg 800w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-400x300.jpeg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-768x576.jpeg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-1536x1152.jpeg 1536w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-1500x1125.jpeg 1500w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-705x529.jpeg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" title="Die Zärtlichkeit einer Katze 1"></div>Katze Karo liebt es, sich im frühen Morgen auf mein Kopfkissen zu legen, gerade auch, wenn ich noch daraufliege. Fleißig am Arbeiten schleppt Karo sehr gerne Stoffmäuse umher, genau wissend,  wo ihr Spielzeug zu suchen ist. Nicht selten bringt sie …]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1280" height="960" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-1280x960.jpeg" class="wp-image-16647 avia-img-lazy-loading-not-16647 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Graue Katze Karo mit flauschigem Fell, die auf einem Bett liegt und entspannt aussieht." style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-1280x960.jpeg 1280w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-800x600.jpeg 800w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-400x300.jpeg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-768x576.jpeg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-1536x1152.jpeg 1536w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-1500x1125.jpeg 1500w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1-705x529.jpeg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2026/02/IMG_0005-1.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" title="Die Zärtlichkeit einer Katze 2"></div><p class="opener">Katze Karo liebt es, sich im frühen Morgen auf mein Kopfkissen zu legen, gerade auch, wenn ich noch daraufliege.</p>
<p>Fleißig am Arbeiten schleppt Karo sehr gerne Stoffmäuse umher, genau wissend,  wo ihr Spielzeug zu suchen ist. Nicht selten bringt sie eine Maus auch mit ins Bett.</p>
<p>Mit einer Selbstverständlichkeit, die mich immer wieder tief berührt, beansprucht sie ihren Platz auf dem Kissen. Schlafe ich, werde ich mit einem sanften bis energischen Miauen geweckt. Oder eine Pfote streichelt, manchmal, mit ausgefahrenen Krallen, gibt es eine Akupunkturbehandlung auf der Haut. Ein Sauberlecken meiner Nase ist auch eine Möglichkeit, mich wachzubekommen.</p>
<p>Natürlich sucht sie den Blickkontakt, schnurrt sie, Auge in Auge. Karo kuschelt sich in meine Armbeuge und möchte gestreichelt werden. Sie rekelt sich, schnurrt und schnurrt, bis sie einschläft.</p>
<p>Wenn es ihr zu viel wird, dann kann sie schon mal zuschnappen. Selten auch im Spiel zeigt sie ihre am Korb oder Teppich geschärften Krallen.</p>
<p>Wenn es ihr zu viel wird, zieht sie sich zurück. Legt sich auf einen Stuhl, unsere rote Bank oder einen anderen Lieblingsplatz.</p>
<p>Wenn Karo nicht kommt, wundere ich mich sehr, dann fehlt etwas ausgesprochen Wichtiges.</p>
<p>Ich habe lange gesucht, nach Zärtlichkeit. Mit meiner Liebsten lebt dieses wunderbare Gefühl der Liebe jeden Tag. Ein zärtlicher Kuss am Morgen ist für mich der perfekte Start in den Tag. Und beim Fernsehen liebe ich es, ihre Beine zu streicheln – dem werde ich nie müde. Körperliche Nähe ist für mich einfach unglaublich wichtig und bereichert mein Leben.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Männer verwechseln Zärtlichkeit nicht selten mit Sexualität und wollen mehr. Dabei ist Zärtlichkeit doch etwas ganz anderes – sie ist der Ausdruck von Nähe und Vertrauen zwischen Menschen.</p>
<p>Wir Menschen sind nicht einzigartig und alleine mit unseren Gefühlen. Katze Karo sucht jeden Morgen die Nähe, die sie benötigt – genauso wie wir alle.<span class="Apple-converted-space"> </span>Sie benötigt ihre Streicheleinheiten, genauso wie Mahlzeiten, ihre Spielzeit, ihren Schlaf, ihre Abenteuer und Neugier. Für Katze Karo ist es ein Geschenk des Vertrauens, das sie uns Menschen entgegenbringt.</p>
<p>Was also für uns Menschen gilt, gilt auch für Tiere! Tiere und Menschen haben viel gemeinsam – wir sind alle fühlende Wesen! Wir können Freude empfinden, Schmerz spüren und haben die verschiedensten Befindlichkeiten. Das verbindet uns und macht alle Lebewesen zu etwas ganz Besonderem.</p>
<p>Uneingeschränkt alle Lebewesen! Ich möchte das unbedingt verallgemeinern, unabhängig davon, dass nichts eindimensional nur das eine ist.</p>
<p>Aber die Arroganz der Menschen ist kaum zu übertreffen. Wir stellen uns über alles Leben und vergessen dabei, wie vielfältig und wunderbar die Natur und das Leben selbst sind. Es fehlt uns Menschen an Demut, primär an Leben.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dafür ist auch Zärtlichkeit ein Schlüssel. Ein Fühlen ohne Berechnung, voller Liebe für das Leben. Eine Menschheit, die das nicht empfinden kann, ist verloren.</p>
<p><a href="https://kuhrau.de/katzen/">https://kuhrau.de/katzen/</a></p>
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		<title>Die Zärtlichkeit einer Katze (Update)</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2026 10:52:37 +0000</pubDate>
		<description><![CDATA[Katze Karo liebt es, sich im frühen Morgen auf mein Kopfkissen zu legen, gerade auch, wenn ich noch daraufliege. Fleißig am Arbeiten schleppt Karo sehr gerne Stoffmäuse umher, genau wissend,  wo ihr Spielzeug zu suchen ist. Nicht selten bringt sie …]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p class="opener">Katze Karo liebt es, sich im frühen Morgen auf mein Kopfkissen zu legen, gerade auch, wenn ich noch daraufliege.</p>
<p>Fleißig am Arbeiten schleppt Karo sehr gerne Stoffmäuse umher, genau wissend,  wo ihr Spielzeug zu suchen ist. Nicht selten bringt sie eine Maus auch mit ins Bett.</p>
<p>Mit einer Selbstverständlichkeit, die mich immer wieder tief berührt, beansprucht sie ihren Platz auf dem Kissen. Schlafe ich, werde ich mit einem sanften bis energischen Miauen geweckt. Oder eine Pfote streichelt, manchmal, mit ausgefahrenen Krallen, gibt es eine Akupunkturbehandlung auf der Haut. Ein Sauberlecken meiner Nase ist auch eine Möglichkeit, mich wachzubekommen.</p>
<p>Natürlich sucht sie den Blickkontakt, schnurrt sie, Auge in Auge. Karo kuschelt sich in meine Armbeuge und möchte gestreichelt werden. Sie rekelt sich, schnurrt und schnurrt, bis sie einschläft.</p>
<p>Wenn es ihr zu viel wird, dann kann sie schon mal zuschnappen. Selten auch im Spiel zeigt sie ihre am Korb oder Teppich geschärften Krallen.</p>
<p>Wenn es ihr zu viel wird, zieht sie sich zurück. Legt sich auf einen Stuhl, unsere rote Bank oder einen anderen Lieblingsplatz.</p>
<p>Wenn Karo nicht kommt, wundere ich mich sehr, dann fehlt etwas ausgesprochen Wichtiges.</p>
<p>Ich habe lange gesucht, nach Zärtlichkeit. Mit meiner Liebsten lebt dieses wunderbare Gefühl der Liebe jeden Tag. Ein zärtlicher Kuss am Morgen ist für mich der perfekte Start in den Tag. Und beim Fernsehen liebe ich es, ihre Beine zu streicheln – dem werde ich nie müde. Körperliche Nähe ist für mich einfach unglaublich wichtig und bereichert mein Leben.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Männer verwechseln Zärtlichkeit nicht selten mit Sexualität und wollen mehr. Dabei ist Zärtlichkeit doch etwas ganz anderes – sie ist der Ausdruck von Nähe und Vertrauen zwischen Menschen.</p>
<p>Wir Menschen sind nicht einzigartig und alleine mit unseren Gefühlen. Katze Karo sucht jeden Morgen die Nähe, die sie benötigt – genauso wie wir alle.<span class="Apple-converted-space"> </span>Sie benötigt ihre Streicheleinheiten, genauso wie Mahlzeiten, ihre Spielzeit, ihren Schlaf, ihre Abenteuer und Neugier. Für Katze Karo ist es ein Geschenk des Vertrauens, das sie uns Menschen entgegenbringt.</p>
<p>Was also für uns Menschen gilt, gilt auch für Tiere! Tiere und Menschen haben viel gemeinsam – wir sind alle fühlende Wesen! Wir können Freude empfinden, Schmerz spüren und haben die verschiedensten Befindlichkeiten. Das verbindet uns und macht alle Lebewesen zu etwas ganz Besonderem.</p>
<p>Uneingeschränkt alle Lebewesen! Ich möchte das unbedingt verallgemeinern, unabhängig davon, dass nichts eindimensional nur das eine ist.</p>
<p>Aber die Arroganz der Menschen ist kaum zu übertreffen. Wir stellen uns über alles Leben und vergessen dabei, wie vielfältig und wunderbar die Natur und das Leben selbst sind. Es fehlt uns Menschen an Demut, primär an Leben.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dafür ist auch Zärtlichkeit ein Schlüssel. Ein Fühlen ohne Berechnung, voller Liebe für das Leben. Eine Menschheit, die das nicht empfinden kann, ist verloren.</p>
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		<title>Von Katzen und Menschen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Jun 2022 08:50:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Hunde]]></category>
		<category><![CDATA[Katzen]]></category>
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					<description><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1000" height="668" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51.jpg" class="wp-image-7896 avia-img-lazy-loading-not-7896 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Kater Socke" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51.jpg 1000w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-80x53.jpg 80w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-768x513.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-705x471.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-58x39.jpg 58w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" title="Von Katzen und Menschen 3"></div>Kater Mohrle ist die erste Katze, an die ich mich erinnern kann. Eigentlich kann ich mich gar nicht mehr wirklich entsinnen, ich kenne ihn nur vom Hörensagen, ich war noch zu klein, aber später wurde er immer mal wieder erwähnt. Mohrle war ein …]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1000" height="668" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51.jpg" class="wp-image-7896 avia-img-lazy-loading-not-7896 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Kater Socke" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51.jpg 1000w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-80x53.jpg 80w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-768x513.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-705x471.jpg 705w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2022/06/2016-11-26-08.29.51-58x39.jpg 58w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" title="Von Katzen und Menschen 4"></div><p class="opener">Kater Mohrle ist die erste Katze, an die ich mich erinnern kann. Eigentlich kann ich mich gar nicht mehr wirklich entsinnen, ich kenne ihn nur vom Hörensagen, ich war noch zu klein, aber später wurde er immer mal wieder erwähnt. Mohrle war ein schwarzer Kater und ein Liebling meines Vaters. Aus gesicherter Quelle habe ich erfahren, dass Mohrle ungefähr 1966 starb und 19 Jahre alt wurde.</p>
<p>Kater Cäsar kam später in die Familie meiner Kindheit. Er war grau getigert. Gerne saß er auf den ausgestreckten Beinen meines Vaters. Eines Mannes, der seine Aggressivität selten wirklich im Griff hatte, geprägt von Krieg, Armamputation, Vertreibung und Alkoholsucht. Cäsar hatte vielleicht das Vertrauen, dass ihm nichts passiert. Und vielleicht brachte er meinem Vater für einen Moment etwas Frieden. Jedenfalls waren mein Vater und Cäsar seelenverwandt. Cäsar raufte sich mitunter, sodass er einen Teil seines Ohrs und später ein Auge einbüßte. Nach dem Tod meines Vaters verschwand Cäsar spurlos.</p>
<p>Hunde mag ich auch. Wenn die Scheißerei nicht wäre. Ich habe mein Hundekotkindheitstrauma daher, dass ich die Hinterlassenschaften vom schwarzen Mischling Trixi, angekettet im Garten vor dem Küchenfenster, aufsammeln musste. Ich weiß nicht, wie ein Vater auf solche Ideen kommen kann. Trixi wurde, Gott sei Dank, nach ein paar Wochen wieder abgegeben. Hunde sind anders, viel mehr auf Menschen fixiert als Katzen. Ihr Fressen teilen sie sich weniger ein, dafür kann Mensch sie gut abrichten. Wie es ihm gefällt. Das geht mit Katzen nie.</p>
<p>Zurück zu den Katzentieren. Eine Freundin hatte drei Katzen. Verspielt tobten sie über die abgezogenen Dielen durch ihre Altbauwohnung in der Nähe vom Winterfeldtplatz. Wollknäuels und Bällchen – alles, was rollen konnte, wurde gejagt. Frisch geduscht setzte sie sich zu uns auf den Boden. Einfach, faszinierend, natürlich, wie ihre Katzen. Einmal zog sie mit ihren Katzen aus Berlin weg, der Kontakt verlor sich für eine Zeit.</p>
<p>Der schwarz-weiße, große Kater Paul wohnte beim Vermieter im Geschäft. Wenn wir die Miete am Monatsende bar bezahlten, lag er oft im Büro. Gerne stromerte er auch durch das Haus und besuchte die Mieter.</p>
<p>Als die Jungs noch klein waren, kam uns gelegentlich eine Bekannte und ihre Katze besuchen. Die Katze, vor Zeiten ausgesetzt, hatte die Bekannte gefunden und aufgepäppelt und konnte nicht alleine bleiben. So reiste sie im Rucksack überall hin mit. Einmal setzte sich das für die Jungs fremde Kätzchen bei uns auf die Treppe zu den Kinderzimmern, und die Kinder, so etwas gar nicht gewöhnt, trauten sich nicht vorbei.</p>
<p>Nachdem meine Ex-Frau und ich mit den beiden Pflegekindern ins Haus eingezogen und angekommen waren, entschlossen wir uns, einen Kater mit aufzunehmen. In einer Katzenpflegestelle im Osten von Brandenburg erfuhren wir vom grau-getigerten Kater Franzi. Als junges Kätzchen war er gefunden und aufgepäppelt worden. Wir fuhren mit dem Auto los, um ihn abzuholen, zahlten einen Obolus und machten uns auf den Heimweg. Der ängstliche Kater im Katzenkorb auf dem Schoß des größeren, stolzen Jungen.</p>
<p>Zu Hause versteckte sich Franzi erst mal unter dem Büfett, bis er einige Stunden später vorsichtig auftauchte. Die ersten Wochen war er nur im Haus, später aber bekam er einen Katzenweg über das Garagendach gebaut, um alleine rein und herauszukommen.</p>
<p>Die Jungen liebten den Kater besonders. Zusammen mit ihm wurden sie älter. Franzi blieb immer etwas kratzbürstig, aber er schmuste auch gerne. Wenn ich mit den Kindern einen Film ansehen wollte, kam Franzi oft dazu, stupste mich mit seiner Pfote an, weil er genau wusste, dass ich ein paar Leckereien für ihn hatte. Das gehörte für die Jungs genauso zu dem wöchentlichen Kinotag, wie ein schöner Film und der Stullenteller.</p>
<p>Kater Franzi war für die Kinder essenziell. Sie sagte nie „Du musst“, sie schimpfte niemals, bewertete nie und forderte nichts. Sie war einfach nur da. Katzen sind selbstständig und machen ihr Ding. Wenn sie kuscheln wollen, wollen sie es, wenn nicht, dann nicht. Sie passen sich nicht an, wollen nicht gefallen. Dennoch muss man lernen, sich um sie zu kümmern, ihnen ihren Fressnapf zu füllen und das Katzenklo sauber zu halten. Im hohen Katzenalter musste Franzi altersschwach eingeschläfert werden.</p>
<p>Jetzt lebe ich zusammen mit meiner Liebsten, ihrer Tochter, Kater Socke und Katze Karo. Als junge Katzen kamen die beiden Maine-Coon-Ragdoll-Katzen in die Familie. Karo ist grau, Socke fast weiß und hellgrau mit blauen Augen – die Steine erweichen können – und grauem Köpfchen.</p>
<p>Meine Liebste wünschte sich immer eine graue Katze. Als die Nachbarn ihre jungen Katzenbabys abgeben mussten, war es Karo, die ausgesucht werden wollte. Socke war alleine übrig. Kurz entschlossen, zogen die beiden wunderschönen Katzen zusammen ein.</p>
<p>Karo ist eine mutige Katze. Sie ist neugierig und angstfrei. Karo liegt am Gartenzaun, allerdings knurrt ein Hund sie an, aber Karo verzieht keine Miene, bis der Hund sich vor Langeweile verzieht.</p>
<p>Kater Socke ist eher ängstlich und scheu, laute Stimmen von Besuch mag er gar nicht, dann versteckt er sich lieber. Beide Katzen haben sich ihre Lieblingsmenschinnen ausgesucht. Karo fliegt auf die Tochter meiner Liebsten, für Socke ist es meine Liebste. Es passiert, dass Karo laut miauend die Treppe herunterrennt, wenn ihre Lieblingsmenschin nach Hause kommt. Sofort wird erst mal ausgiebig gekuschelt und geschnurrt.</p>
<p>Meine Liebste aber ist die Wichtigste für die beiden Katzen. Nicht selten, wie eine kleine Herde, weichen die beiden ihr nicht von der Seite. Sie ist die, die für die Katzen sorgt. Das danken die beiden Katzen, indem sie sie begleiten. Erwischt Karo im Garten eine Maus, präsentiert sie diese stolz meiner Liebsten, die die Maus daraufhin erlösen darf.</p>
<p>Im Haus apportiert Karo Radiergummis und Schminkwattebällchen, die sie aufspürt, und Korkkorken, die wir für Karo am üblichen Platz bereitlegen. Socke ist eher weniger verspielt, den Tag über ausschlafen ist seine Stärke.</p>
<p>Beide Katzen wissen ganz genau, wo im Schrank die Duftkissen liegen, und zeigen deutlich Bescheid, wenn sie Lust darauf haben. Überhaupt: Wenn Katzen etwas wollen, dann sagen sie das. Wenn Socke gestreichelt werden möchte, miaut er laut und schmeißt sich mit etwas Abstand vor einen hin. Wenn Karo in den Garten möchte, springt sie notfalls über einen liegenden Menschen hinüber oder liegt auf der Lauer, um die erste an der Tür zu sein. Sie ist aber ungern alleine im Garten. Wenn sie einen nicht sieht oder hört oder riecht, sucht sie miauend oder wartet an der Haustür.</p>
<p>Socke und Karo sind sich bewusst, dass sie die Chefs sind. Um uns zu sein, mit uns zu kuscheln, sich streicheln zu lassen, ein wenig aufzupassen, uns Bescheid zu sagen, wenn sie Hunger haben, und uns glücklich zu machen, sind sie nicht nur dafür da.</p>
<p>Wenn wir einige Tage vereist waren und wieder nach Hause kommen, freut sich Karo besonders. Socke kommt kurz schauen, dann geht er auf Abstand, bis er, erst einige Zeit später, schnurrend ankommt.</p>
<p>Den beiden Katzen fehlt jegliche Aggressivität. Vom Charakter sind sie niemals kratzbürstig, Krallen zeigen sie nur im Spiel oder wenn sie wirklich bedroht werden. Socke ist sehr kräftig, kann super springen, daher darf er nicht in den Garten, weil er bei Panik unberechenbar weglaufen würde, was auch leider schon einmal nachts geschehen ist und er das fast mit seinem Leben bezahlt hätte.</p>
<p>Karo kann weniger gut springen. Möchte Karo auf die Kommode sitzen, miaut sie mich kurz an und ich hebe sie hoch. Vor einigen Jahren wurde bei ihr eine Herzerkrankung diagnostiziert. Seitdem bekommt und nimmt sie brav ihre Pillen, nur schwächer dosiert als die für herzkranke Menschen.</p>
<p>Socke ist nicht unbedingt der schlauste Kater, aber er schaut sich vieles von dem ab, was Karo ihm vormacht. Wenn sich Karo einen neuen Lieblingsplatz zum Schlafen ausgesucht hat, ist es sicher, dass sich Socke auch bald dahinlegen wird. Karo kommt beim Frühstück mit zum Tisch, Socke kommt auch, wenn gleichsam vorsichtig und nicht so oft. Brathähnchen zum Abendessen mag Karo am liebsten.</p>
<p>Natürlich sprechen wir mit den Katzen. Wir wissen, das Wunder, dass sie reden wie wir, geschieht nie, aber in ihrer Katzensprache antworten sie. Wenn sie es wollen.</p>
<p>Wir sind eine Familie, sind traurig und voller Sorgen, wenn sie krank ist, und voller Freude, wenn sie sich schließlich wieder erholt. Wir kümmern uns und sind uns unserer Verantwortung bewusst, und des Geschenks, dass die beiden einmaligen, unersetzlichen Katzen mit uns zusammenleben.</p>
<p>Jede Katze, jedes Tier, hat seinen einzigartigen Charakter. Wir Menschen müssen nur lernen, uns darauf einzulassen, uns nicht „größer zu machen“ und das Tier einfach anzunehmen. So können wir Menschen sehr viel lernen.</p>
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		<title>Kater Socke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Sep 2017 10:54:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Katzen]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div><img fetchpriority="high" width="1000" height="668" src="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2017/09/600_8826.jpg" class="wp-image-1269 avia-img-lazy-loading-not-1269 attachment-large size-large wp-post-image" alt="Kater Socke" style="margin-bottom: 15px;" decoding="async" srcset="https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2017/09/600_8826.jpg 1000w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2017/09/600_8826-400x267.jpg 400w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2017/09/600_8826-300x200.jpg 300w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2017/09/600_8826-768x513.jpg 768w, https://kuhrau.de/wp-content/uploads/2017/09/600_8826-705x471.jpg 705w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" title="Kater Socke 6"></div>
<p class="wp-block-paragraph" class="opener">Wenn wir meinen, alles zu verstehen, alles ausrechnen zu können, alles zu wissen, dann wird morgen etwas geschehen, was wir im Leben nicht glaubten, dass es passieren könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Samstagfrüh schafften es unsere Katzen Karo und Socke auf unbekannte Weise, die Haustür aufzubekommen. Als wir es merkten, war es zu spät. Die herzkranke, neugierige Katze Karo kam gleich rein ins Haus, aber der eher ängstliche Socke blieb verschwunden. Wir suchten am frühen Morgen, wie auch am Nachmittag. Natürlich hängten wir Aushänge aus und waren sehr traurig. Wir weinten, voller Sorge um den Kater. Am Abend und in der Nacht suchten wir trotzdem weiter. Verloren mehr und mehr den Mut. Aber nicht doch auch die letzte Hoffnung. Dennoch schien die Zeit stehenzubleiben. Dann unsere letzte Idee: Am Sonntagvormittag verteilten wir unsere Suchzettel noch in den Briefkästen unserer nahen Nachbarn im Dorf. Mehr konnten wir nicht tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anderthalb Stundenspäter. Sonntagmittag. Mein Handy klingelte. Eine Rufnummer aus dem Dorf. Der Nachbar gegenüber hatte gehört, dass der Hund seines Nachbarn, der gerade auf seinem Boot weilte, komisch jaulte. Er hatte vorher, am Sonntag (!), unseren Zettel gefunden. Und ging mal nachschauen. Und fand unseren blutenden Kater Socke unter der Hundehütte. Sogleich sperrte er den Hund ein. Und rief uns an.</p>





<p class="wp-block-paragraph">Kater Socke war gerettet. Unvorstellbar. Ein Wunder. Dank unseres aufmerksamen Nachbarn. Kater Socke stand unter schwerem Schock, hechelte stark, miaute aber gleich meine Liebste an. Schnellstens fuhren wir mit ihm in die Tierklinik nach Potsdam. Als Notfall kümmerte sich der Arzt sofort um ihn. Nach dem Röntgen war klar, dass keine inneren Verletzungen vorhanden waren, das Blut kam von einer verlorenen Kralle. Was für ein Glück. Die Blutuntersuchung ergab dann aber, dass die Niere nicht mehr arbeitete, also Infusion und wieder bangen. Socke musste in der Klinik bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kein Wunder. Denn Socke hatte um sein Leben gekämpft. Bis ans Äußerste. Hatte er sich gewehrt, sich verteidigt? Wie wir später vom Nachbarn erfuhren, hatte auch der Hund sichtbare Blessuren. Und beide hatten die Garage verwüstet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Montagvormittag bekamen wir die Nachricht, dass die Niere wieder arbeitet, aber Socke nicht fressen wollte. Auch als wir ihn Montagabend kurz in der Klinik besuchten, verkroch er sich und wollte weiterhin nicht fressen. Er war noch zu sehr verstört. Daher entschlossen wir uns schweren Herzens, ihn noch einen Tag in der Klinik zu lassen, bis die Infusion beendet werden konnte. Wie würde Socke diese Abenteuer verkraften? Wie das Trauma ertragen? Mit seiner verletzlichen Seele, er, der eher ängstliche Kater, der selbst vor dem Staubsauger wegrennt. Wird er sich verkriechen? Verstecken? Wird er das Katzenklo akzeptieren?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dienstagvormittag rief uns der Arzt an, der Socke am Sonntag aufgenommen hatte. „Der Socke möchte nach Hause.“ Zwar hatte er weiterhin noch nicht gefressen. Aber er erkannte uns, war ganz ruhig. Zudem stank er etwas wie ein Puma. Der Arzt meinte, wir hätten alles richtig gemacht, sofort in die Klinik zu fahren. Denn es ging um sein Katzenleben. Nun konnte er wieder nach Hause.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie wird das aber sein? Und wie wird sich seine Schwester Karo verhalten, wird sie ihn ablehnen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Wunder. Als wir ankamen und kaum durch die Tür waren, merkte Socke, dass er zu Hause war. Schnupperte. Karo begrüßte ihn vorsichtig. Socke versteckte sich nicht. Schaute kurz und ging erst mal fressen. Dann musste er Pipi und ging auf das Katzenklo. Er schaute sich um und schnurrte leise, als meine Liebste ihn streichelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt, als ich das schreibe, liegt er neben mir auf dem Schreibtisch, und ruht sich aus. Unser Kater Socke.</p>
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